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Hintergrund: Streumunition und Clusterbomben

A Cluster Bomb Unit containing more than 600 cluster bombs, that was dropped by Israeli warplanes dur
(c) AP (Mohammed Zaatari)
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Seit dem Zweiten Weltkrieg werden Streubomben in vielen Kriegsgebieten eingesetzt. Sie verteilen eine Vielzahl kleiner Sprengsätze über dem Zielgebiet. Dadurch werden auch Blindgänger unkontrollierbar verteilt.

Eine Streubombe (Cluster Bomb) besteht aus einem Behälter (Container oder Dispenser), der nach der Aktivierung zwischen drei und über 2000 Bomblets oder Submunitionen freisetzt, die als tödlicher Regen auf eine Fläche von der Größe mehrerer Fußballfelder niedergehen. Derartige Waffensysteme wurden in Form von Fliegerbomben, Artilleriegeschossen oder als Gefechtsköpfe für Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Es existieren verschiedene Typen von Bomblets mit Explosions-, Brand-, Splitter- oder oder auch panzerbrechender Wirkung.

Die ersten Streubomben wurden 1943 von Nazi-Deutschland bei Luftangriffen gegen die englische Küstenstadt Grimsby eingesetzt. Im finnischen Winterkrieg wurde von sowjetischer Seite ein früher Typ einer Streubombe verwendet, der von den Finnen sarkastisch "Molotows Brotkorb" genannt wurde. Auch von britischer und amerikanischer Seite wurde im Zweiten Weltkrieg Streubomben eingesetzt, sowohl Stab- und Flüssigkeitsbrandbomben als auch Splitterbomben.

Die Technologie der Streubomben wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Vereinigten Staaten, Russland und Italien weiterentwickelt. In großen Mengen kamen Streubomben in den Kriegen in Korea und Vietnam, aber auch später in Afghanistan, im Kosovo und im Libanon zum Einsatz.

Kaum kontrollierbare Verteilung von Blindgängern

Der Einsatz von Streumunition wurde aus humanitären Gründen scharf kritisiert, vor allem wegen der Langzeit-Bedrohung durch die kaum kontrollierbare Verteilung von Blindgängern im Zielgebiet. Bomblets, die beim Aufschlag nicht explodieren, bleiben als Blindgänger liegen und stellen - wie Landminen - viele Jahre lang eine Gefährdung für die Zivilbevölkerung dar. Betroffen sind oft Kinder, die die Bomblets wegen ihrer Form für Spielzeug halten.

Der Anwendung dieser Waffen stellten sich Menschenrechtsorganisationen entgegen, darunter das Rote Kreuz, Human Rights Watch, amnesty international (ai) und andere. In der Cluster Munition Coalition (CMC) haben sich über 150 Organisationen weltweit gegen den Einsatz von Streumunition zusammengeschlossen.

Am 3. Dezember 2008 wurde das Übereinkommen über Streumunition von 94 Staaten in Oslo unterzeichnet. Am 1. August 2010 tritt die Konvention in Kraft.

(APA)