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Wien

Weinbau, mitten im Achten

Michel Höfler im "Ausblick Wien"(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
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Michael Höflers Weingut umfasst drei Hektar am Bisamberg – und seit Kurzem auch einige Weinreben, die auf Dachterrassen in der Josefstadt wachsen.

Weine, findet Michael Höfler, müssen nicht nur gut schmecken. „Wein“, sagt er, „muss auch Geschichten erzählen.“ Der Wiener Winzer, dessen Wein am Bisamberg wächst und der ebendort auch eine kleine Buschenschank betreibt („Ausblick Wien“), hat unter den Weingeschichten eine, die er besonders gern erzählt – jene von seinem Josefstädter Wein nämlich.

Denn tatsächlich wachsen gerade mitten in Wien, mitten in der Josefstadt (und auch ein bisschen in Neubau) Trauben seines Grünen Veltliners heran – in großen Töpfen, auf privaten Dachterrassen und Balkonen.

Auf die Idee, Wein auf diese Weise mitten in der Stadt anzubauen – die Höfler von seiner Buschenschank am Bisamberg nur in der Ferne sieht –, ist er 2018 gekommen, als er zu viele Hochstammreben für seine Weingärten bestellt hatte. Rund 30 blieben übrig. Er setzte sie in großen Blumentöpfen an und begann, bei Freunden und Bekannten in der Stadt nachzufragen, „ob sie, wenn ich ihnen ein paar Weinstöcke vorbeibringe, diese auch pflegen würden“. Die meisten waren begeistert, wenn auch durchwegs mit dem Zusatz: „Ich kenn' mich aber überhaupt nicht aus.“