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Barclays wird Kunde von Scalable

BRITAIN ECONOMY BARCLAYS BANK
Die britische Bank verwaltet mehr als 24 Millionen Kunden.(c) EPA (TAL COHEN)
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Der österreichische Geschäftsführer, Florian Prucker, baut den deutschen Robo-Berater zum europäischen Platzhirsch der Fintech-Branche aus.

Es ist wohl das weltweit größte Mandat, das bisher an einen Robo-Berater vergeben wurde. Mit Barclays zieht Scalable Capital eine britische Großbank als Kunden an Land. Der deutsche Robo-Berater steht hinter der neuen digitalen Investment-Lösung von Barclays „Plan & Invest“.

Allein in Großbritannien verwaltet Barclays das Geld von 24 Millionen Kunden. Auch die größte heimische Bankengruppe, Raiffeisen Österreich, ist Partner von Scalable. Geschäftsführer ist der Österreicher Florian Prucker. Der ehemalige Investmentbanker bei Goldman Sachs gründete mit dem Deutschen Erik Podzuweit (ebenfalls Geschäftsführer) 2014 das in München und London beheimatete Start-up. Investoren ließen sich nicht lange bitten. 2017 stieg der US-Investor Blackrock ein.

Banken setzen auf Kostenreduktion

Ausgestattet mit einer Lizenz der deutschen Finanzaufsicht Bafin verwaltet das Unternehmen ETF-Portfolios und setzt dazu eine eigene Risikomanagement-Technologie ein. Dieses Risikomanagement-Modell, das vom Münchner Finanzprofessor und Mitgründer Stefan Mittnik eigens entwickelt wurde, soll die Anleger vor allem vor großen Verlusten schützen. Dabei investiert Scalable ausschließlich in passiv gemanagte Fonds, ETFs, die insofern wieder eine Form der Finanzautomatisierung darstellen, als sie lediglich gewisse Indizes nachbilden.

Zunächst konzentrierten sich Prucker und Podzuweit auf das Endkundengeschäft, ähnlich wie es auch die von Österreichern gegründete Challengerbank N26 tut.
Die Automatisierung spart Kosten. Das dürfte das Interesse europäischer Großbanken geweckt haben. So gehören neben der spanischen Bank Santander auch die Targobank, ING Deutschland, Siemens Private Finance und Oskar, ein digitaler Vermögensverwaltung, zu Scalables Kunden.

Branche im Wandel

Aktuell verwaltet das Fintech mehr als 2,2 Milliarden Euro in über 60.000 Kundenportfolios. In der Größenordnung spielt sonst nur der britische Konkurrent Nutmeg. Das Barclays-Geschäft markiert einen Wendepunkt in der Robo-Berater-Branche. Sie konzentriert sich immer mehr auf Geschäftskunden. Investify beispielsweise lieferte jüngst ein Produkt für das Finanzportal Biallo. Auch Growney setzt inzwischen nicht mehr nur auf Privatkunden, sondern beliefert Anlagemanager mit seiner Technologie. Und Quirion platzierte seine Lösung schon beim Hamburger Einlagen-Broker Deposit Solutions. (mad.)