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Coronavirus

Neue Cluster und 133 Neuinfektionen in Österreich

Butcher checking sides of pork in cold store of a slaughterhouse model released Symbolfoto property released PUBLICATIO
In Schlachtbetrieben arbeiten oft viele Menschen auf engem Raum und bei niedrigen Temperaturen zusammen - einladende Bedingungen für das Coronavirus. (Symbolbild)imago images/Westend61
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In einem Schlachtbetrieb in Niederösterreich kam es zu 29 Covid-Fällen. Zudem gibt es in einer Freikirche in Wiener Neustadt mindestens neun Fälle.

In Österreich ist am Mittwoch mit 133 Neuinfektion wieder ein Zuwachs von deutlich mehr als 100 Covid-19-Erkrankungen innerhalb von 24 Stunden vermeldet worden. Ein neuer Cluster wurde zudem in einem Schlachtbetrieb in Eggenburg im Bezirk Horn aufgedeckt. 29 Mitarbeiter wurden bisher positiv getestet, rund 240 weitere wurden abgesondert.

Der Betrieb hat eigenen Angaben zufolge bereits seit März auf verstärkte Hygienemaßnahmen gesetzt und steht laut Angaben des Unternehmens nun "erstmals seit vielen Jahrzehnten still". Die Zahl der Coronavirus-Fälle im Umfeld der Wiener Neustädter "Pfingstkirche Gemeinde Gottes", die am Dienstag bekannt wurden, stiegen am Mittwoch von vier auf neun. Der Landessanitätsstab sprach in Bezug auf die Freikirche nunmehr ebenfalls von einem Cluster. Die Testungen von insgesamt 270 abgesonderten Kontaktpersonen waren am Mittwoch noch im Gange.

Die Glaubensgemeinschaft schloss als Konsequenz alle Kirchen in Österreich, landesweit gibt es laut einem Sprecher zufolge 37 Gemeinden. In Oberösterreich ist der größte Cluster ebenfalls Freikirchen zuzuordnen, ihm wurden aktuell 234 Fälle zugerechnet.

Polizei-Cluster in Salzburg

Ebenfalls am gestrigen Tag wurde die Bildung eines neuen Covid-Clusters in der Stadt Salzburg bekannt, Polizeiinspektionen am Hauptbahnhof und im Stadtteil Itzling waren betroffen. Sie wurden vorübergehend geschlossen und alle dort Beschäftigten außer Dienst gestellt. Die für heute angekündigten Tests von knapp über 100 Exekutivbeamten standen noch aus, jedoch erhöhte sich die Fallzahl für den "Cluster C" von drei auf fünf. Zuletzt war es in Salzburg rund um einen Clubabend der Rotarier ("Cluster A") und um zwei private Seniorenwohnheime ("Cluster B") zu größeren Krankheitsausbrüchen gekommen. Wie die Stadt mitteilte, sei der erste Cluster bereits rückläufig, der zweite konnte eingekapselt werden und sei stabil.

"Nach wie vor handelt es sich vorwiegend um regionale Ausbrüche, die regional eingegrenzt werden müssen. Auffallend ist der starke Anteil von Reiserückkehrenden aus dem Westbalkan. Es ist daher völlig richtig, dass Österreich durch verstärkte Grenzkontrollen, Landeverbote und Einreisebeschränkungen auf diese Situation reagiert hat", kommentierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die aktuelle Lage. Die Aufdeckung neuer Cluster zeige offensichtlich, dass sich das vor zwei Wochen gestartete Screening-Programm bewähren würde.

Das Land Oberösterreich kündigte an, am Mittwoch erstmals Busse mit Arbeitern aus dem Westbalkan zu kontrollieren. Die Polizei regelt das Anhalten, örtliche Gesundheitsbehörden prüfen die Einhaltung der Maskenpflicht, Mindestabstandes und ärztliche Atteste, erläuterte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Laut Anschober werde die Kontrolle von Reiserückkehrenden weiter verstärkt.

Gouverneur von Oklahoma positiv

Die Pandemie breitet sich indes weiterhin aus, die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen in den USA, dem zahlenmäßig am meisten betroffenen Staat, erreichte erneut ein Höchststand. Rund 67.400 Menschen wurden am Dienstag positiv auf das Virus getestet, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch hervorgeht, womit der Wert von vergangenem Freitag übertroffen wurde. Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass sich der Gouverneur des US-Staats Oklahoma, Kevin Stitt, mit dem Coronavirus infiziert hatte. Unter den 50 Gouverneuren der US-Bundesstaaten ist Stitts Infektion der erste bestätigte Corona-Fall.

Das Gesundheitsministerium in Brasilien meldete 41.857 Neuinfektionen, womit die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,926 Millionen stieg. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 1.300 auf 74.133 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

(APA)