Schnellauswahl

Gastronomie trauert um Jörg Wörther

WOeRTHER Joerg
Jörg Wörther(c)Peter_Angerer
  • Drucken

Der Koch zählte zu den wichtigsten des Landes. Er verstarb im Alter von 62 Jahren.

„Einer der großen Köche dieses Landes ist heute gegangen“, meldete der Gastronom und Neos-Nationalratsabgeordnete Sepp Schellhorn am späten Mittwochnachmittag auf Twitter. Jörg Wörther, einer der wichtigsten Köche des Landes, ist 62-jährig verstorben.

Schon lang bevor Juan Amador tatsächlich mit einem dritten „Michelin“-Stern ausgezeichnet wurde, galt Wörther als Kandidat dafür. Und was heute gerade entdeckt wird – gut mit Gemüse zu kochen – praktizierte er so präzise wie kaum ein anderer. Daneben hegte er auch die große französische Klassik und die österreichischen Mehlspeisen.

1958 in Bad Gastein geboren, arbeitete Wörther schon früh – und in seiner Freizeit - bei Eckart Witzigmann im Tantris, dann u. a. in der Aubergine, später pilgerten viele zu ihm nach Salzburg. 1990 kürten ihn Christian Millau, Joël Robuchon und Michael Reinartz in Wien persönlich zum österreichischen Koch des Jahrzehnts. Im Menü der zugehörigen Gala hatte er auch seine berühmten Sellerietascherl, die von Juror Christian Millau gegen Kritik ob ihrer Schlichtheit mit den ebenfalls legendär gewordenen Worten verteidigt wurden: "Ce sont les plus merveilleux Sellerietascherln du monde!", also: "Es sind einfach die besten Sellerietascherl der Welt!"

Im Winter 1995 pachtete Wörther Hotel Schloss Prielau in Zell am See von der Familie Porsche. Das nach ihm benannte Restaurant wurde von 1997 bis 2003 Jahr für Jahr mit vier Gault Millau-Hauben ausgezeichnet. 2003 beendete er das Pachtverhältnis, um für Dietrich Mateschitz  „wohlschmeckendes Fingerfood“ in Stanitzeln für das 2005 eröffnete Carpe Diem in der Salzburger Getreidegasse zu entwickeln. 2007 machte er sich als Berater für kulinarische Projekte selbstständig. Von 2013 bis 2015 führte er das Ceconi's in Salzburg. 

„Mit tiefem Bedauern haben wir erfahren, das Jörg Wörther uns für immer verlassen hat“, heißt es seitens der Köche-Vereinigung Euro-Toques Österreich. „Unsere herzliche Anteilnahme der Familie und Hinterbliebenen. Wir wünschen viel Kraft und Zuversicht in diesen schweren Stunden.“ „Vielen Dank für viele gemeinsame kulinarische Momente! Zusammen haben wir oft gekocht und gelacht! Du bist ein genialer Koch, Kollege & Freund! Du bleibst ewig unvergesslich!“ verabschiedete sich Kollege Wini Brugger auf Facebook. (tes)