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Leitartikel

Das Burgenland und sein Bankenproblem

Commerzialbank-Chef Martin Pucher (Archivbild, 2009).
Commerzialbank-Chef Martin Pucher (Archivbild, 2009).(c) APA (Georg Hochmuth)
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Nicht wenige (SPÖ)-Politiker zeigten sich gern mit Commerzialbank-Chef Martin Pucher. Doch politische Folgen sind dieses Mal nicht zu erwarten.

Gäbe es nicht auch noch die Kärntner, schriebe sich der nächste halblustige Burgenländerwitz gewissermaßen von selbst: Geht ein Burgenländer in eine Bank. Und so weiter und so fort.

Ausgerechnet zum 20-Jahr-Jubiläum des Bank-Burgenland-Skandals geht nämlich wieder ein pannonisches Kreditinstitut pleite. In der Nacht auf Mittwoch hat die Finanzmarktaufsicht die Commerzialbank Mattersburg zugesperrt. Eine Prüfung erhärtete den Verdacht schwerer Malversationen: Wie es aussieht, wurden über Jahre hinweg Bilanzen geschönt. Direktor Martin Pucher, Gründer der Regionalbank mit neun Filialen im Bezirk Mattersburg und als jahrzehntelanger Obmann hauptverantwortlich für den Aufstieg des SV Mattersburg in die Fußball-Bundesliga, erstattete Selbstanzeige. Ein Regierungskommissär wurde eingesetzt.

Kann man von einem zweiten Bank-Burgenland-Skandal sprechen? Das nicht. Zumal es einen wesentlichen Unterschied zum Jahr 2000 gibt. In der Bank Burgenland wurden einst zwar auch Bilanzen gefälscht, nachdem für burgenländische Verhältnisse irrwitzig hohe Kredite vergeben worden waren. Aber damals haftete das Land als Haupteigentümer. Der Sozialdemokrat Karl Stix musste als Landeshauptmann zurücktreten, es kam zur Neuwahl, die zur allgemeinen Überraschung der Sozialdemokrat Hans Niessl gewann. Doch im Fall der Commerzialbank handelt es sich um ein privates Institut. Insofern werden sich die landespolitischen Auswirkungen in Grenzen halten.