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Coronavirus

Maskenpflicht "kann früher wieder kommen, als manche glauben"

(c) Die Presse/Clemens Fabry
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Gesundheitsminister Anschober verteidigt die regional unterschiedlichen Corona-Regelungen. Das Ampelsystem komme, weil sich in Teilen der Bevölkerung eine „Müdigkeit“ eingeschlichen habe.

Österreich und damit die türkis-grüne Bundesregierung befinden sich derzeit in „Phase drei der Bekämpfung des Coronavirus“ und das bedeute, „dass wir jetzt versuchen zu stabilisieren nach den großen Öffnungsschritten“. Schon im Vorfeld sei klar gewesen, „dass regionale Ausbrüche“ - gemeint sind neue Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - „erfolgen können und die sind auch jetzt erfolgt“, sagt  Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag im Ö1-„Morgenjournal“. Nun gehe es darum, jeweils auf regionaler Ebene gegenzusteuern.

Eben diese Art des Gegensteuerns wird allerdings von vielen Seiten kritisch als „Fleckerlteppich“ bewertet. Nicht zuletzt etwa die Kärntner Regelung, wonach zwischen 21 Uhr und 2 Uhr morgens eine Maske zu tragen sei. Anschober verteidigte die unterschiedlichen Regelungen: Die Regelungen seien klar kommuniziert, in den jeweiligen Regionen bekannt und damit „gut überschaubar", betonte er im ORF-Radio.

Aber, hielt der Ressortchef zugleich fest: „Sobald es bundesweit mit den Zahlen nach oben gehen würde - das habe ich immer so formuliert und so wird es auch bleiben -, würden wir sofort und rasch unter anderem auch zur Maskenpflicht gehen“. Das könne „sehr kurzfristig verankert werden und das kann früher kommen, als manche glauben“.

Ähnliches verlautete zuletzt die Österreichische Ärztekammer (ÖAK). Sie forderte angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen eine Wiedereinführung der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. „Die Freiwilligkeit funktioniert nicht. Wenn es freiwillig nicht geht, muss man es verpflichtend machen, und das möglichst bald“, argumentierte ÖAK-Präsident Thomas Szekeres.

Keine Pflicht ist kein Verbot

Einmal mehr appellierte Anschober an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Er handhabe es selbst so und empfehle es auch allen, meinte er, überall dort, „wo es eng wird“, einen Mund-Nasen-Schutz mitzunehmen. Denn: Nur, weil man nicht verpflichtet sei, eine Maske zu tragen, bedeute das nicht, dass er verboten sei, sie aufzusetzen.

Angesprochen auf das Ampelsystem, das im Herbst eingeführt werden soll, meinte Anschober, dieses komme, weil man in Teilen der Bevölkerung eine Art „Müdigkeit“, ein „reduziertes Risikobewusstsein“, beobachtet habe. Letzteres habe „auch damit zu tun, dass es in Teilen der Bevölkerung offenbar eine Fehleinschätzung gegeben hat“. Man habe „super Zahlen“ gehabt und das habe viele zu der Annahme verleitet: „Jetzt ist die Geschichte abgehakt, erledigt - das ist leider nicht so.“

Die Ampel werde daher dabei helfen, zu erkennen, in welchen Regionen es Entspannung gibt und wo es wieder kritisch werde. Darauf aufbauend würden Leitlinien entwickelt - ähnlich dem Lawinenwarnsystem, zeigte sich der Gesundheitsminister überzeugt.

(Red.)