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Black Monday

Was Indexfonds können – und wogegen sie auch nicht helfen

Breite Streuung schützt bei Problemen von einzelnen Unternehmen.
Breite Streuung schützt bei Problemen von einzelnen Unternehmen.APA/AFP/JOHANNES EISELE
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Breite Streuung schützt bei Problemen von einzelnen Unternehmen. Vor Angst und Gier ist man aber auch dann nicht gefeit.

Im Zuge der Wirecard-Pleite, bei der viele Kleinanleger viel Geld verloren haben, wurden Anlageexperten nicht müde, auf die Gefahr von Einzeltitelinvestments hinzuweisen. Privatanleger sollten lieber breit in den Markt investieren, also einen Indexfonds kaufen. Bei solchen trifft kein Fondsmanager die Auswahl, weshalb sie gebührenärmer sind als herkömmliche gemanagte Fonds. Sie bilden einfach einen Index nach, etwa den US-amerikanischen S&P 500 (er umfasst 500 US-Unternehmen) oder den FTSE All-World Index (er beinhaltet mehr als 3000 Werte aus aller Welt). Wenn man so breit investiert hat, fällt die Pleite eines einzigen Unternehmens kaum ins Gewicht.

Außerdem weicht man zwei Gefahren aus, denen Kleinanleger, die selbst ihre Aktien auswählen, häufig erliegen: der Fixiertheit auf den Heimatmarkt („Home Bias“) und auf beliebte Aktien. Österreichische Kleinanleger halten überdurchschnittlich viele österreichische Papiere. Das rächte sich in den vergangenen Jahren, da es hierzulande kaum IT-, Pharma- oder Technologiewerte gibt (jene Branchen, die sich überdurchschnittlich stark geschlagen haben), dafür viele Bank- und Industriewerte (die zuletzt keine so gute Zeit hatten).

Wer in einen weltweit aufgestellten Index investiert, kauft automatisch auch Papiere aus dem Ausland mit, auf die er von selbst gar nicht käme. Außerdem kauft man auch Titel aus Branchen, für die man sich gar nicht interessiert. Selbstentscheider kaufen sonst bevorzugt Aktien aus Branchen, die sie besser zu kennen glauben. Doch das führt zu Klumpenrisken. Wenn dann genau dieser Sektor ins Strudeln gerät (etwa IT-Firmen im Zuge der Dotcom-Krise oder Banken im Zuge der Finanzkrise), hilft es auch nicht, Branchenexperte zu sein.
Indexfonds schützen also bei Problemen von einzelnen Unternehmen, vor Home Bias und vor Klumpenrisken. Das gilt allerdings nur eingeschränkt: Wer in sehr spezielle Indizes investiert (etwa mit regionalem Fokus auf China oder auf bestimmte Trendsektoren wie Biotech oder Cybersecurity), geht erst recht wieder ein gewisses Klumpenrisiko ein.