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„ZiB 2“: Wie eigennützig darf die Solidarität sein?

Karoline Edtstadler (ÖVP) und Andreas Schieder (SPÖ) sprachen auch über Solidarität(c) Screenshot
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Bei der Bewertung des EU-Gipfels sind sich Karoline Edtstadler (ÖVP) und Andreas Schieder (SPÖ) uneins. Beim Thema Solidarität gab es aber eine überraschende Überschneidung.

Der Begriff Solidarität hat sich gewandelt: Im Römischen Recht verstand man darunter eine gemeinsame Haftung, eine Schuldner-Gemeinschaft. Später, im Christentum, wurde die Bedeutung des Wortes ausgeweitet: Es galt, gemeinsam für den Glauben einzutreten, dem Lebens aller gegenüber dem persönlichen Vorteil den Vorrang zu geben. In der Arbeiterbewegung wurde der Begriff groß und besungen. Philosoph Jürgen Habermas formulierte: „Wer sich solidarisch verhält, nimmt im Vertrauen darauf, dass sich der andere in ähnlichen Situationen ebenso verhalten wird, im langfristigen Eigeninteresse Nachteile in Kauf.“ So verstanden, klang es nach einer eigenwilligen Interpretation, als EU-Ministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) in der „ZiB 2“ über Solidarität sagte: „Man kann sich solidarisch für Europa zeigen und trotzdem für Österreichs Interessen eintreten.“ Wie passt das zusammen?