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Islam

IGGÖ lehnt Zusammenarbeit mit "Dokustelle Politischer Islam" ab

IGGÖ-Präsident Ümit Vural kritisiert die "Dokumentationsstelle Politischer Islam".
IGGÖ-Präsident Ümit Vural kritisiert die "Dokumentationsstelle Politischer Islam".Clemens Fabry
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Präsident Ümit Vural hält „politischer islam“ für einen unbrauchbareren Begriff und sieht eine rein politische Zielsetzung der neuen Dokustelle der Bundesregierung.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) lehnt eine Zusammenarbeit mit der im Entstehen begriffenen „Dokumentationsstelle Politischer Islam“ ab. Zwar habe man der Bundesregierung angeboten, bei der Bekämpfung von Extremismus mitzuarbeiten, doch hält IGGÖ-Präsident Ümit Vural eine Mitwirkung nun für „unzumutbar“.

Als Gründe dafür führt er einerseits den Namen der Stelle an, die von Integrationsministerin Susanne Raab vergangene Woche vorgestellt wurde. Denn für den Begriff „politischer Islam“ gebe es keine anerkannte wissenschaftliche Definition, Experten würden daher von dessen Verwendung abraten.

„Zusammenarbeit ausgeschlossen"

Aber auch die Auswahl der Personen, die in das Projekt bisher eingebunden wurden, spreche dagegen: „Die Zusammenarbeit mit der IGGÖ feindlich gegenüberstehenden Personen ist auch aufgrund ihrer jüngster Aussagen ausgeschlossen“, so Vural in einer Aussendung. Gemünzt ist das wohl auf den islamischen Theologen Mouhanad Khorchide, den die Ministerin als einen Experten hinzugezogen hat.

Er hatte zuletzt in einem Interview mit dem „Standard“ eine Einbindung der IGGÖ in die wissenschaftliche Arbeit der Stelle abgelehnt, denn „wenn der Verdacht bestehen sollte, dass Teile der IGGÖ mit Organisationen sympathisieren, die dem politischen Islam nahestehen, muss man sich die Frage stellen, wie frei und unabhängig die Dokustelle ist, wenn die IGGÖ zu stark involviert ist“.

Abgesehen davon sieht Vural auch die Ausrichtung der Einrichtung problematisch - muslimische Vereine und Strukturen sollen von ihr durchleuchtet werden, hatte Raab angekündigt. Für Vural liegt der Verdacht nahe, „dass hier eine Art Überwachungsapparat für die muslimische Bevölkerung installiert wird.“

(eko)