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Ferragosto an der Adria

Zeit für Erholung für die EU-Staats- und Regierungschefs. Die „Frugalen Fünf“ könnten sich in den Ferien gegenseitig besuchen. Und die Adria-Seebäder rollen den roten Teppich für Sebastian Kurz aus.

Vier Tage, vier schlaflose Nächte: Wer als Staats- und Regierungschef bei EU-Gipfeln nicht über Kondition, Sitzfleisch und Nervenstärke verfügt, hat schon verloren. Da gibt es es Dünnhäutige und Pokerspieler. Und solche wie Belgiens Premierministerin, die als gute Gastgeberin ihren luxemburgischen Kollegen zu einer Frittenbude ausführte. Dass sie sich gegenseitig im Urlaub besuchen, ist nach dem Verhandlungsmarathon aber ziemlich unwahrscheinlich – mit Ausnahme vielleicht von den „Frugalen Fünf“.

Angela Merkel sagt von sich selbst, sie könne Schlaf nachholen wie ein Kamel. Für ein langes Wochenende auf der Couch hat sie sich schon mit Proviant eingedeckt. Und für die Ferien stehen ihr nun ohnehin alle Ziele im Mittelmeer offen – von „Malle“ bis Kreta.

Für das Brüssel-Weekend unterbrach Sebastian Kurz seinen Wörthersee-Urlaub. Ob Kärntens roter Landesfürst den Kanzler am türkisen See wieder willkommen heißt, ist fraglich: Kaiser Peter grollt der Kurz-und-Kogler-Koalition in Wien. Von Bibione bis Jesolo rollt die obere Adria in einer PR-Aktion derweil den roten Teppich für Kurz aus. Von Klagenfurt wäre es nur ein Katzensprung, und manche Stammurlauber und Boulevardblätter wären wohl auch begeistert vom Regierungschef in Badehose. Am besten zu Ferragosto, gemeinsam mit dem grünen Kompagnon.