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Mehr als vier Millionen Corona-Infizierte in den USA, steigende Fälle in Brasilien

Menschen verteilen Essen an Bedürftige in New York.
Menschen verteilen Essen an Bedürftige in New York.(c) Getty Images (Spencer Platt)
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Die Vereinigten Staaten sind sowohl von den Infektions- als auch den Totenzahlen her das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie.

In den USA haben sich inzwischen mehr als vier Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervorging, wurden binnen 24 Stunden mehr als 76.000 neue Infektionsfälle registriert. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA auf 4.032.430.

Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität um 1225 auf insgesamt mehr als 144.000 Fälle. Erst am 8. Juli war in den USA die Marke von drei Millionen nachgewiesenen Infektionen überschritten worden. In nur gut zwei Wochen kamen damit eine Million Fälle hinzu.

Seit mehr als zehn Tagen liegt die Zahl der täglich verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA bei mehr als 60.000. Besonders im Süden und Westen des Landes steigen die Infektionszahlen derzeit stark an. Die Vereinigten Staaten sind sowohl von den Infektions- als auch den Totenzahlen her das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Kehrtwende des US-Präsidenten?

Angesichts der steigenden Infektionszahlen sagte Trump am Donnerstag den für Ende August in Florida geplanten Nominierungsparteitag ab. Es sei nicht die richtige Zeit, um einen "großen und überfüllten Parteitag" abzuhalten, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Seine offizielle Nominierung für die Wiederwahl werde stattdessen in einem kleineren Format durch republikanische Delegierte im Bundesstaat North Carolina erfolgen, kündigte der Präsident an.

Der US-Präsident hatte in dieser Woche eine Kehrtwende im Umgang mit der Corona-Pandemie vollzogen. Am Dienstag rief er die Bevölkerung erstmals zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf. Zuvor hatte Trump das Tragen der Maske als Schwäche abgetan.

Beobachter fassten Trumps Sinneswandel als Reaktion auf seine schlechten Umfragewerte auf. Laut aktuellen Umfragen misstrauen zwei Drittel der US-Bürger der Corona-Krisenpolitik des Präsidenten. In den Umfragen zur Präsidentschaftswahl am 3. November liegt Trump deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden.

Fast 60.000 neue Fälle in Brasilien

Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Das Gesundheitsministerium meldete am Donnerstagabend (Ortszeit) 59.961 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt wurden in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas damit bisher 2.287.475 Fälle registriert. 84.082 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird.

Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland. Die brasilianische Regierung hat die Pandemie von Anfang an verharmlost. Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus als "leichte Grippe" und lehnte Einschränkungen und Schutzmaßnahmen ab. In einem Gespräch mit Anhängern vor der Präsidentenresidenz am Donnerstag sagte er, dass eine Ansteckung mit dem Virus nicht verhindert werden könnte, außer in Fällen von extremer Isolation: "Wer in der Gesellschaft lebt, wird das Virus früher oder später bekommen. In dieser Hinsicht kann man den Tod nicht vermeiden."

Der nach eigener Aussage mit dem Coronavirus infizierte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist mit dem Motorrad auf dem Gelände der Präsidentenresidenz spazieren gefahren und hat sich ohne Maske mit Angestellten unterhalten, die dort arbeiteten. Dies berichteten brasilianische Medien am Donnerstag.

Bolsonaro befindet sich in Quarantäne, nachdem er vor zwei Wochen gesagt hatte, ein Corona-Test beim ihm sei positiv ausgefallen. Der rechte Präsident führt die Amtsgeschäfte vom Palácio da Alvorada in Brasília aus. Nach Informationen des Kommunikationsministeriums vom Mittwoch war er ein weiteres Mal positiv getestet worden.

(APA/AFP/dpa)