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Wirecard: Klage gegen deutsche Finanzaufsicht

Eine Anwaltskanzlei klagt auf Schadenersatz für Anleger.
Eine Anwaltskanzlei klagt auf Schadenersatz für Anleger.REUTERS
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Eine Anwaltskanzlei klagt auf Schadenersatz für Anleger.

Frankfurt. Im Wirecard-Skandal klagt eine auf Anlegerrechte fokussierte Anwaltskanzlei nun auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin auf Schadenersatz. Die Amtshaftungsklage sei beim Landgericht Frankfurt eingereicht worden, teilte der deutsche Anwalt Andreas Tilp am Freitag mit.

Die Bafin habe sich jahrelang eigener Ermittlungen gegenüber Wirecard wegen Marktmanipulation verweigert und sei – obwohl sie die öffentliche Berichterstattung über massive Unregelmäßigkeiten gekannt habe – einseitig gegen Journalisten und Leerverkäufer vorgegangen. Die Behörde wies die Vorwürfe zurück. „Die Bafin ist sämtlichen Hinweisen, die sie erhalten hat, pflichtgemäß nachgegangen“, sagte eine Sprecherin. Der DAX-Konzern hat nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft München mindestens seit 2015 seine Bilanzen gefälscht. Es handelt sich um einen der größten Bilanzskandale in der deutschen Geschichte.

 

Antrag auf Musterverfahren

Tilp hat wegen des Skandals bereits EY als langjährigen Abschlussprüfer und frühere Vorstände des zusammengebrochenen Zahlungsabwicklers geklagt. Der Anwalt argumentiert, die Bafin müsse mindestens für Geschäfte mit Wirecard-Papieren ab dem 18. Februar 2019 Schadenersatz leisten. An dem Tag hatte sie die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der Prüfung der Wirecard-Bilanz beauftragt.

Wie in den früheren Klagen beantragte Tilp auch diesmal ein Musterverfahren – eine Art Sammelklage, bei der einer im Namen von vielen klagt. Es ist allerdings juristisch umstritten, ob die Bafin überhaupt haftbar gemacht werden kann. Laut der Bafin-Sprecherin seien Amtshaftungsansprüche von Dritten, etwa von Anlegern, gesetzlich ausgeschlossen. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.07.2020)