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Will das Verschwiegene sagbar machen: Zs´ofia B´an, geboren in Rio de Janeiro als Tochter einer KZ-Überlebenden.
Spectrum

Ein Panorama nie erzählter Geschichten: Zsófia Báns „Weiter atmen“

Wenn das Unerschütterliche plötzlich erschütterlich wird: In ihrem Erzählungsband „Weiter atmen“ lässt Zsófia Bán Bögen zwischen Geschichte und Gegenwart, Kontinenten und Zeiten, Kunst und Leben entstehen.

Am frühen Morgen des 4. Februar 1912 springt Franz Reichelt, französischer Schneider mit österreichischer Herkunft, vom Eiffelturm, in einem selbst genähten Mantel, der ihm als Fallschirm dienen soll. „Fast ist es gut.“ Reichelt überlebt den Sprung nicht, eine Filmaufzeichnung aber bewahrt das Ereignis, und Reichelt geht als „Fliegender Schneider“ in die Geschichte ein. Mehr als ein Jahrhundert später steht eine Frau, sie ist Fahrdienstleiterin und soeben von ihrem Freund verlassen worden, auf dem Glasdach des Nyugati-Bahnhofs in Budapest. Der Blick von der Kuppel und die in dieser Höhe zu hörenden Vogelstimmen sind von einer Schönheit, die alles „fast nicht mehr wahr“ erscheinen lässt. Die Frau wird nicht springen. „Es gibt immer einen Zwischenraum, der einen hält.“