Die Kurzarbeit in der Coronakrise zeigt: Wenn der Einzelne weniger arbeitet, führt das zu einer niedrigeren Arbeitslosigkeit. Aber gilt das auch nach der Krise?
Arbeitszeit

Wie viel Arbeit darf es denn sein?

Die Coronapandemie heizt die alte Diskussion der Arbeitszeitverkürzung wieder an. Heuer werden die Österreicher um 425 Millionen Stunden weniger arbeiten.

Die Gäste in dem gut besuchten Wiener Innenstadtlokal werden schön langsam ungeduldig. Seit einer Viertelstunde sitzen sie im Schanigarten, aber von einem Kellner fehlt jede Spur. Endlich kommt er an den Tisch. „Sorry, wir sind in Kurzarbeit“, sagt er und nimmt die Bestellung auf. Vermutlich säßen die durstigen Gäste schon beim zweiten Glas. Das Beispiel zeigt: So wichtig das Kurzarbeitsmodell während des Lockdown war, so zweischneidig ist es jetzt und in Zukunft. Unternehmer müssen zwischen niedrigeren Lohnkosten und höheren Umsätzen abwägen.

Genau vor diesem Dilemma stehen auch Ökonomen, wenn es um die Fortführung der Kurzarbeit, ja gar um eine generelle Arbeitszeitverkürzung geht. Die volkswirtschaftlichen Implikationen sind komplex. Nur in einem Punkt sind sich die Experten einig. In der ersten Phase der Krise war die Kurzarbeit der wichtigste Faktor für eine Stabilisierung unserer Volkswirtschaft. Auch wenn der Preis in die Milliarden geht.