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Unterwegs

Ausflug nach Whitstable

(c) imago/Cronos
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Ein Tagesausflug von London nach Whitstable bietet kulinarische Freuden – und Meer.

Wie der echte Wiener erleidet auch der Londoner von Zeit zu Zeit akute „Ich bin ein Hauptstädter und will hier raus“-Anfälle. Da bietet sich etwa ein Ausflug an die nördliche Küste von Kent an.

Keine eineinhalb Stunden dauert es mit dem Zug aus dem Zentrum der Hauptstadt London nach Whitstable, einer bezaubernden Kleinstadt bei Canterbury, in der sich alles um die Auster dreht.

Schon die Römer delektierten sich an der Meeresfrucht aus Muschelbänken an der Mündung der Themse in die Nordsee.

Überall in dem malerischen Hafen werden frische Austern angeboten, entweder zum raschen Schlürfen über die Gasse oder zum feinen Genießen in einem Gastgarten. „An guten Tagen verkaufen wir bis zu 500 Stück“, sagt Rob. „Das ist nicht viel weniger als vor Corona.“

Eine Auster kostet bis zu drei Pfund, da kommt schon etwas zusammen. Dass in der Muschel zwar meist keine Perle steckt, mit ihr aber dennoch einiges anzufangen ist, illustriert die englische Redewendung „The world is my oyster“ was so viel bedeutet wie: Mir stehen alle Möglichkeiten offen.

In Whitstable hat man davon guten Gebrauch gemacht. Im schmucken Zentrum gibt es sogar Traditionsbetriebe wie einen Fleischer, einen Bäcker und einen Tudor Tea Room. Ehe man sich auch hier verwöhnen lässt, kann man stundenlang den Strandpfad entlangmarschieren und sich die Meeresluft um die Nase pfeifen lassen.

Und ab und zu noch eine Auster, beträufelt mit einem Schuss Tabasco und frischer Zitrone, einwerfen. Oder zwei.

aussenpolitik@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2020)