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Freiheitlicher Aufstand gegen Strache

FPoe Aufstand gegen Strache
(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
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Nach außen hin scheint die FPÖ eine stabile, erfolgreiche Partei. Doch an den Rändern gärt es zusehends. Im Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender kam es vor Kurzem zum Aufstand.

Parteichef Heinz-Christian Strache wollte Mathias Krenn, einen FPK-Mann, vormals BZÖ, wieder für das Amt des Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer nominieren. Doch die Landes-RFW-Obleute wehrten sich. Sie unterstützten den Vorarlberger Fritz Amann – und setzten sich auch durch. Amann war im April mit scharfer Kritik an Strache aufgefallen: „Dass man in der Strategie so daneben liegt wie Strache, dürfte einem Mann in seiner Position nicht passieren.“ Die „rechtslastige“ Barbara Rosenkranz als Hofburg-Kandidatin aufzustellen, sei ein Fehler gewesen. Strache und seine Mitstreiter müssten sich die Frage stellen, „ob sie überhaupt noch reüssieren können“.

In Tirol brodelt es ebenso. Rund 400 Mitglieder weigern sich, ihre Beiträge zu bezahlen, Obmann Gerald Hauser ist in Bedrängnis. Rund um die Mitgliedsbeiträge spitzte sich nun auch der Konflikt in Kärntens FPÖ zu. Die Anti-FPK-Fraktion hatte dem designierten FPÖ-Chef Christian Leyroutz 65 Unterschriften für die Vorverlegung des FPÖ-Landesparteitags präsentiert. Laut Satzung reicht dafür ein Drittel der Unterschriften der 120 Delegierten aus. Doch Leyroutz, der am Novembertermin festhält, setzte sich darüber hinweg. Begründung: Etliche Unterzeichner hätten die Mitgliedsbeiträge für 2010 noch nicht einbezahlt. Eine Vorverlegung des Parteitags auf September wollte auch die Zentrale in Wien unbedingt verhindern. Sie will keinen Streit so kurz vor den Wahlen in Wien und in der Steiermark.

Otto Scrinzi, nationales Kärntner Urgestein, legte nun seine FPÖ-Ehrenobmannschaft zurück – aus Protest gegen das Vorgehen der Wiener Führung und ihrer Kärntner Vasallen. „Vor allem wegen des Stils, wie all das geschehen ist – unter Ausschaltung unseres gewählten Obmanns Harald Jannach“, sagt Scrinzi.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30. Juli 2010)