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Nordkorea und Burma schmieden Achse der Parias

Nordkorea Burma schmieden Achse
(c) REUTERS (JACKY CHEN)
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Nordkoreas Außenminister Pak Ui-chun traf am Donnerstag unangekündigt zu einem viertägigen Besuch in Burma ein. Hilft Pjöngjang Burmesen bei Nuklearprogramm?

Pak wurde am Donnerstag gesehen, als er die Shwedagon-Pagode in Rangun besuchte. Am Freitag soll Pak in die neue Hauptstadt Naypyidaw weiterreisen, berichtete der burmesische Exilsender Democratic Voice of Burma (DVB). Ob ein Treffen mit Juntachef Than Shwe geplant ist, war zunächst nicht bekannt.

Der Besuch dürfte Spekulationen anheizen, wonach Nordkorea Burma bei der Entwicklung von Atomwaffen unterstützt. Tatsächlich deutet einiges darauf hin, dass sich die Beziehungen massiv verbessert haben. Burma hatte 1983 nach einem Pjöngjang zugeschriebenen schweren Anschlag auf eine hochrangige südkoreanische Delegation in Rangun die Beziehungen zu Nordkorea abgebrochen.

 

Hinweise auf Atomprogramm

Doch offenbar schweißt die zunehmende Isolation beide Regime immer enger zusammen. Im Februar hatten Burmas Generäle Nordkoreas Führer Kim Jong-il anlässlich seines Geburtstages mit einer Zeremonie geehrt.

Der Westen betrachtet dies mit Argwohn, zumal durch Informationen eines Überläufers Berichte über ein burmesisches Atomwaffenprogramm neue Nahrung erhalten haben. Robert E. Kelley, einst Vorstandsmitglied der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien, hat die Fotos und Dokumente untersucht. Er kommt in einem Bericht, der der „Presse“ vorliegt, zu dem Schluss, dass die Vorwürfe gerechtfertigt sind. Die Vielzahl der Bilder und ihre Übereinstimmung mit früheren Informationen führe „in hohem Maße zu der Überzeugung, dass Burma die Entwicklung von Nukleartechnologie anstrebt“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2010)