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Migrationsbewegungen

Flüchtlinge auf Lampedusa: Italiens Regierung verspricht Hilfe

Ein Flüchtlingsschiff legt im Hafen von Lampedusa an.
Ein Flüchtlingsschiff legt im Hafen von Lampedusa an.(c) REUTERS (MAURO BUCCARELLO)
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Ein Großteil der über 1000 Migranten, die sich derzeit im Hotspot der Insel befinden, soll aufs italienische Festland gebracht werden.

Nachdem der Bürgermeister von Lampedusa, Salvatore Martello, wegen der zunehmenden Flüchtlingsankünfte auf der süditalienischen Insel Alarm geschlagen hatte, verspricht die Regierung in Rom Hilfe. So soll ein Großteil der über 1000 Migranten, die sich derzeit im Hotspot der Insel befinden, aufs italienische Festland gebracht werden.

Auf der italienischen Mittelmeerinsel sind in den vergangenen Tagen mehrere Dutzend neue Menschen aus Afrika angekommen. Der Hotspot der Insel verfügt aber lediglich über 95 Plätze. "Die Situation ist unkontrollierbar geworden. Wenn die Regierung es nicht tut, werde ich den Ausnahmezustand ausrufen", drohte Martello.

Inzwischen kamen weitere Geflüchtete in Süditalien an. Das italienische Tankschiff "Cosmo", das 108 Migranten in maltesischen Gewässern gerettet hatte, landete am Samstagnachmittag im Hafen der sizilianischen Stadt Pozzallo. Die Migranten werden auf das Coronavirus getestet.

Die Hilfsorganisation "Alarm Phone" meldete indes, dass 140 Personen an Bord von zwei Schlauchbooten in maltesischen Gewässern in Seenot geraten seien. Ein erstes Boot habe circa 95 Migranten an Bord, das zweite 45. "Alarm Phone" beklagte, dass die maltesischen Behörden nicht auf die Hilferufe reagieren.

Innenministerin Lamorgese plant Besuch in Tunesien

Wegen der jüngsten Entwicklungen hatten zuletzt Innenministerin Luciana Lamorgese und der Chef der rechten Lega-Partei, Matteo Salvini, die Insel getrennt voneinander besucht. Lamorgese plant zudem am Montag einen Besuch in Tunesien. Sie will die tunesischen Behörden zur Zusammenarbeit aufrufen, um die vermehrten Migrationsbewegungen in Richtung Italien zu stoppen.

Dabei soll unter anderem eine Beschleunigung der Prozeduren zur Abschiebung tunesischer Migranten besprochen werden. Die Ministerin bemüht sich auch in Brüssel, die Rückführungen von Menschen ohne Asylanspruch zu beschleunigen. Darüber werde sie in den nächsten Tagen mit Amtskollegen aus anderen EU-Ländern diskutieren, sagte die Innenministerin.

Die Zahl der Migranten, die auf dem Seeweg nach Italien kommen, ist in den vergangenen Wochen wieder stark gestiegen. Allein im Juli wurden nach Behördenangaben mehr als 4300 Menschen registriert. Über 11.300 Migranten sind nach Angaben des Innenministeriums in Rom seit Anfang 2020 in Italien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 3508.

(APA)