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Pizzicato

Vorteil Grant, Hugh Grant

Reifere Herren entwickeln bisweilen einen glühenden sportlichen Ehrgeiz. Hugh Grant zum Beispiel im Tennis. Seine Posen hat er in Oxford, Hollywood und Wimbledon perfektioniert.

Wenn Männer ins gesetzte Alter kommen, gehen die einen es gern ruhiger und gemütlicher an. Der Stammtisch lockt sie aus der zuweilen beengten Zweisamkeit in den vier Wänden und gibt ihnen ein Alibi, um die Arbeit in Haus und Garten zu schwänzen und Kochschürze und Heckenschere an den Nagel zu hängen.

Die Knie, die Schultern, der Rücken, die Bandscheiben. . . Oft sind dabei die vorgeschobenen Wehwehchen Ausfluss blühender Fantasie. Oft genug ist daran aber auch der Sport schuld: Mit großer Passion stürzen sich die reiferen Herren ins Rad-, Triathlon-, Golf- oder Tennistraining. Manche entwickeln im fortgeschrittenen Alter gar einen sportlichen Ehrgeiz, den ihnen keiner so zugetraut hätte.

Hugh Grant, zum Beispiel. Der einst dauerverwirrte, schusselige Wuschelkopf mit inzwischen fünf Kindern, geht rapide auf die 60 zu. Im schwedischen Bastad nimmt er derzeit an der Seniorenmeisterschaft im Tennis teil, und wir stellen uns vor, wie er am Netz einem verschlagenen Volley nachsinnt, einen kleinen Fluch hinterherschickt und so beim weiblichen Publikum punktet. Vorteil Grant – auch wenn er in weißen Shorts vielleicht nicht die allerbeste Figur macht. Die Pose zählt, und die hat er in Oxford, in Hollywood und bei regelmäßigen Wimbledon-Besuchen perfektioniert. Mag der Punkt verloren sein, so ist die Haltung doch mustergültig.