Schnellauswahl
Coronavirus

Wiener Gesundheitshotline 1450 fragt gezielt nach "St. Wolfgang"

Das größte Cluster gibt es momentan in St. Wolfgang.
Das größte Cluster gibt es momentan in St. Wolfgang.(c) APA (Barbara Gindl)
  • Drucken

Seit Sonntag wurden in Österreich 86 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Das größte Cluster gibt es momentan in St. Wolfgang, was auch zu Änderungen bei der Hotline 1450 geführt hat.

Seit Sonntag hat es in Österreich 86 neue Sars-CoV-2-positive Befunde gegeben. Damit lag bei 20.558 Personen ein positiver Test vor. Mit Stand von Montag (27. Juli), 9.30 Uhr, waren laut Innenministerium österreichweit 713 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 18.246 sind wieder genesen.

Aufgrund des Coronavirus-Clusters im Tourismusort St. Wolfgang im oberösterreichischen Salzkammergut werden in Wien alle Anrufer der Gesundheitshotline 1450 ab sofort gezielt gefragt, ob sie sich in den vergangenen Tagen dort aufgehalten haben. Das teilte ein Sprecher des medizinischen Krisenstabes am Montag mit. "Die Mitarbeiter sind bereits informiert worden", hieß es. Zuletzt sind die Fälle in St. Wolfgang wieder leicht angestiegen.

Zuvor hatte die "Kronen Zeitung" in ihrer Montagsausgabe über den Fall eines Wiener berichtet, der am Sonntag vor einer Woche von einem Kurzurlaub in St. Wolfgang in die Bundeshauptstadt zurückgekehrt war. Mitte der Woche habe er sich unwohl gefühlt und bei 1450 angerufen. Obwohl der dortige Cluster bereits bekannt gewesen sei, habe ihm die Hotline-Mitarbeiterin geraten, zum Hausarzt zu gehen, heißt es in dem Bericht. Der Arbeitgeber des Mannes, der laut "Krone" anonym bleiben will, hatte dann allerdings einen Coronatest veranlasst - mit positivem Ergebnis.

Insgesamt gab es in der Bundeshauptstadt zuletzt 27 Neuinfektionen. Auffällige Cluster gebe es in Wien weiterhin nicht, so der Krisenstab-Sprecher. Weder in Bezug auf bekannt gewordene Fälle in der serbisch-orthodoxen Kirche noch auf das infizierte Kind in einem städtischen Sommercamp wurden weitere Infektionen gemeldet.

Mund-Nasen-Schutzverpflichtung in Strobl und St. Gilgen

Der Cluster in St. Wolfgang führt nun jedenfalls auch zu einer Maskenpflicht für Tourismus-Mitarbeiter in den Nachbargemeinden Strobl und St. Gilgen, die bereits im Bundesland Salzburg liegen. Dort müssen ab Mitternacht all jene Mitarbeiter im Tourismusbereich verpflichtend einen Mund-Nasen-Schutz tragen, die Kontakt mit Gästen haben.

Die Verordnung werde noch heute von der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung für die Gemeinden Strobl und St. Gilgen erlassen und gelte vorerst bis Ende August, sagte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Montag. Haslauer appellierte zudem an diese Personengruppe - es handelt sich vorwiegend um Servicekräfte und Rezeptionisten - im ganzen Land, die nicht von der Verordnung betroffen sind, freiwillig eine Schutzmaske zu tragen.

Zehn weitere Fälle in Cluster Eggenburg

Im Coronavirus-Cluster um einen Schlachtbetrieb in Eggenburg im Bezirk Horn in Niederösterreich sind indes zehn weitere Folgefälle registriert worden. Die Infektionen seien aus Tschechien und Ungarn gemeldet worden, teilte ein Sprecher von Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Montag auf Anfrage mit. Es handle sich bei den Patienten nicht um Mitarbeiter des Betriebs, weitere Details seien aber nicht bekannt. Die Zahl der direkt Infizierten im Hotspot um die Wiener Neustädter "Pfingstkirche Gemeinde Gottes" stieg unterdessen von 28 auf 30.

Derzeit befinden sich 95 Personen aufgrund des Coronavirus in Krankenhausbehandlung. Davon lagen 16 auf Intensivstationen. Die Neuinfektionen seit dem Tag zuvor teilten sich so auf die Bundesländer auf: Burgenland 3, Niederösterreich 16, Oberösterreich 30, Salzburg 8, Steiermark 2, Tirol 1, Vorarlberg null, Wien 27. In Kärnten wurde die bisherige Zahl reduziert um einen Fall wegen einer Datenkorrektur.

(APA)

Mehr erfahren

Lokalaugenschein

Auf Sommerfrische trotz Corona