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Energie

Kärnten will Vorbild bei "grünem" Wasserstoff werden

Nächstes Jahr soll das Projekt „H2Carinthia" starten. Die Postbus AG sieht darin eine Chance, ihre Dieselflotte umzurüsten und den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Ein Projekt zur doppelten Nutzung von „grünem" Wasserstoff ist am Montagabend in Klagenfurt vorgestellt worden: In den nächsten vier Jahren sollen rund 20 Millionen Euro in das Modell „H2Carinthia" investiert werden, wie Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig und Umwelt-Staatssekretär Magnus Brunner (beide ÖVP) mitteilten.

Projektpartner sind die Infineon Austria AG mit Sitz in Villach, die OMV AG, die Verbund AG, die Postbus AG und die Wasserstoff-Forschungsgesellschaft HyCentA Research GmbH, die die Projektleitung übernimmt. Vertreter der Unternehmen unterzeichneten im Spiegelsaal des Amtes der Kärntner Landesregierung symbolisch einen Letter of Intent. Der Projektstart ist für 2021 geplant.

Infineon benötigt für die Chip-Produktion Wasserstoff als Prozessgas, das derzeit mit Lkw aus Deutschland oder den Niederlanden bezogen wird. Künftig soll der Wasserstoff mittels Elektrolyse am Standort Villach mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt werden. Nach seinem Einsatz in der Chipproduktion wird dieser „grüne" Wasserstoff „aufgereinigt" und in einer Tankstelle als Treibstoff für öffentliche Busse zur Verfügung stehen. In einer weiteren Ausbauphase sollen auch Pkw und private Lkw diese Tankstellen nutzen können. Mit diesem Modell werde Kärnten zur Modellregion für die Nutzung von „grünem" Wasserstoff, sagte Schuschnig.

Infineon-Vorstand Thomas Reisinger erklärte, sein Unternehmen habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu sein. Das Wasserstoffprojekt trage dazu bei, diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Die Verbund AG plane zur Erzeugung von Wasserstoff, der auch zum Speichern elektrischer Energie aus Photovoltaik- und Windanlagen genutzt werden soll, weitere Standorte in Kärnten, erklärte Vorstandsmitglied Achim Kaspar. Derzeit seien neun in der engeren Wahl.

Die Postbus AG sieht in dem Modell eine Möglichkeit, ihre Dieselflotte umzurüsten und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Man habe die Wasserstoff-Busse getestet und sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden, erklärte Vorstandsmitglied Silvia Kaupa-Götz.

(APA)