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Bilanz

ams-Konzern schreibt wieder Gewinne, die zugekaufte Osram schwere Verluste

ams-Chef Alexander Everke.
ams-Chef Alexander Everke.(c) REUTERS (Arnd Wiegmann)
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Das Geschäft mit Smartphone-Bauteilen stabilisiert den steirischen Sensor-Spezialisten ams. Der Lichtkonzern Osram vervierfacht seinen Verlust.

Das Geschäft mit Smartphone-Bauteilen macht dem österreichischen Sensor-Spezialisten ams Mut. Im zweiten Quartal sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 460,3 Millionen Dollar gestiegen, teilte der Apple-Zulieferer am Mittwoch mit. Das unter anderem um die Kosten der Übernahme des deutschen Lichttechnikkonzerns Osram bereinigte operative Ergebnis (Ebit) habe sich sogar um 84 Prozent auf 90,1 Millionen Dollar verbessert. Der Umsatz lag in der Mitte der prognostizierten Spanne, das Ebit sogar am oberen Ende der Erwartungen. Nach Steuern und Übernahme-Aufwendungen standen allerdings 9,8 Millionen Dollar Verlust zu Buche.

Für das laufende dritte Quartal verbreitet ams trotz der Flaute in der Autoindustrie weiter Zuversicht. Der Umsatz werde dank des Hochlaufs der Produktion von Smartphone-Sensoren bei 530 bis 570 Millionen Dollar liegen und damit 20 Prozent höher als im zweiten Quartal. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll auf 21 bis 24 (zweites Quartal: 20) Prozent steigen.

Die Zahlen von Osram sind in der Prognose noch nicht enthalten, obwohl der größere Münchner Lichttechnik-Konzern seit Anfang Juli offiziell Teil des Konzerns ist. ams hält inzwischen 71 Prozent an Osram und will die Beteiligung weiter aufstocken.

Osram mit hohen Verlusten

Osram schreibt in der Coronakrise freilich rote Zahlen. Der Nettoverlust
vervierfachte sich im dritten Quartal 2019/20 im Jahresabstand von
35 auf 140 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Ein Grund dafür war eine Abschreibung von 48 Mio. Euro auf das Joint Venture mit Continental für Autobeleuchtung.

Dank Sparmaßnahmen hielt Osram das Geld zusammen: Der
Mittelabfluss (Free Cashflow) beschränkte sich von April bis Juni
auf 7 Mio. Euro. Der Umsatz brach vor allem wegen des
Produktionsstopps in der Autoindustrie um 29 Prozent auf 606 Mio.
Euro ein. Das Geschäft mit optischen Halbleitern bremste den
Abwärtstrend.

Vorstandschef Olaf Berlien hofft, dass es bald wieder
aufwärtsgeht. "Das dritte Quartal war ganz klar der Tiefpunkt
unserer Umsatzentwicklung." Vor allem in Asien gebe es Zeichen einer
sichtbaren Erholung. Auch die Entwicklung in Nordamerika deute
darauf hin, dass Osram seine Ziele für das Geschäftsjahr erreichen
könne.

Im Juni hatte der Konzern für 2019/20 einen vergleichbaren
Umsatzrückgang um 15 bis 19 Prozent und eine bereinigte operative
Umsatzrendite (EBITDA-Marge) von drei bis sechs Prozent avisiert.

(ag./red.)