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Brasiliens Präsidentengattin Bolsonaro Corona-positiv

Kurz nach der Genesung des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vom Coronavirus wurde seine Ehefrau positiv getestet.

Kurz nachdem der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine Infektion mit dem Coronavirus eigenen Angaben zufolge überwunden hat, ist ein Coronatest seiner Ehefrau positiv ausgefallen. „Die First Lady Michelle Bolsonaro wurde an diesem Donnerstag positiv auf Covid-19 getestet", bestätigte das Kommunikationsministerium in der Hauptstadt Brasília. Sie sei bei guter Gesundheit und folge den Vorgaben zum Umgang mit einer Coronainfektion.

Jair Bolsonaro hatte am Samstag auf Twitter geschrieben, ein neuer Coronatest bei ihm sei negativ ausgefallen. Bolsonaro hatte zwei Wochen zuvor bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne im Palácio da Alvorada in Brasília, mehrere Tests fielen positiv aus. First Lady Michelle wohnt mit Jair Bolsonaro und den beiden Töchtern in der Präsidentenresidenz.

Am Mittwoch hatte sie zusammen mit dem Staatschef an einer Veranstaltung in Brasília teilgenommen, bei der beide eine Schutzmaske trugen. Am Donnerstag löste der Präsident bei einem Besuch im Bundesstaat Piauí jedoch wieder eine Menschenansammlung aus, als er auf einem Pferd ritt, und zog sich die Maske herunter, bevor er weiter zu einer Zeremonie nach Bahia reiste.

Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bisher haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Über 90.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird.

Jair Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus mehrfach als „leichte Grippe" und lehnte Einschränkungen und Schutzmaßnahmen ab. Auch in der Quarantäne unternahm er Ausflüge auf dem Gelände der Präsidentenresidenz, sprach mit Anhängern und grüßte ohne Maske. Eigenen Angaben zufolge nahm er das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin ein, dessen Wirksamkeit gegen das Virus Sars-CoV-2 bisher nicht nachgewiesen ist.

(APA)