Schnellauswahl
Bauvorbereitung

Vom Grundstück zum Haus

Grundstück, Nebenkosten, Hausplanung: Vor Baubeginn gibt es einiges zu erledigen - und zu bezahlen.
Grundstück, Nebenkosten, Hausplanung: Vor Baubeginn gibt es einiges zu erledigen - und zu bezahlen.Clemens Fabry
  • Drucken

Der Kauf eines Grundstücks ist der erste Schritt zur Verwirklichung des Traums vom Eigenheim. Was es dabei zu beachten gibt, und mit welchen Zusatzkosten man rechnen muss.

Das Einfamilienhaus steht auf der Wunschliste der Österreicher nach wie vor ganz oben. Erster Schritt auf dem Weg dahin ist die Suche nach dem geeigneten Baugrund, den Allcolours-Architekt Markus Taxer als „Grundstein für alles“ bezeichnet. Dementsprechend sollte der Auswahl des Grundstücks viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Aber auch aus rechtlicher und finanzieller Sicht gilt es einiges zu beachten.


► Standort und Lage. „Auf einem guten Grundstück kann man auch mit einem einfacheren Haus zufrieden sein. Andererseits macht ein sehr teures und luxuriöses Haus ein schlechtes Grundstück nicht wett“, sagt Taxer. Eines der wichtigsten Auswahlkriterien sollte daher die Lage sein: Dazu gehört nicht nur der Standort des Grundstücks. „Nicht immer ist letztendlich ein Grundstück, das sich am Stadtrand oder noch weiter draußen befindet, ideal“, weiß Nikolaus Lallitsch, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich und Geschäftsführer Raiffeisen Immobilien Steiermark. Den günstigeren Anschaffungskosten würden vielfach andere Nachteile gegenüberstehen: „In der Regel benötigt man ein zweites Auto, dazu kommen die Zeit und die Kosten für den Weg in die Arbeit und retour“, sagt Lallitsch.


► Größe und Arbeitspotenzial: Die Größe des Grundstücks sollte ebenfalls wohlüberlegt sein. „Wir kommen aus einer Zeit, in der das ideale Grundstück für ein Einfamilienhaus mit 1000 Quadratmetern beziffert wurde. Jetzt sind wir bei der Hälfte angelangt“, sagt Lallitsch. Dies sei nicht nur auf die steigenden Grundstückspreise zurückzuführen. „Viele wollen nicht viel Zeit in die Pflege des Gartens investieren“, so Lallitsch.


► Konfliktpotenzial und Altlasten. Doch es gibt noch andere Kriterien, die potenzielle Eigenheimbesitzer beachten sollten. Diese reichen, weiß Taxer, von der Sonneneinstrahlung beziehungsweise Beschattung bis zur Nachbarschaft. Die Frage, ob sich der Grund in einer Gefahrenzone befindet, sollte ebenfalls geklärt werden. „Sonst könnten Auflagen dazukommen, die den Bau verteuern“, warnt Lallitsch. Auch Informationen über etwaige chemische Altlasten, den Grundwasserstand oder Ähnliches sollten beim Altlastenkataster, Bauamt oder beim Altlastenatlas eingeholt werden. Ein Blick ins Grundbuch hingegen gibt nicht nur Auskunft darüber, ob der Verkäufer tatsächlich der Eigentümer der Liegenschaft ist, sondern unter anderem auch über etwaige Pfandrechte oder Servitute.


► Raumordnung und Widmung: Auch rechtlich müssen Käufer einiges beachten: Flächenwidmung beziehungsweise Raumordnung geben vor, wie viel Prozent eines Grundstücks bebaut werden dürfen oder sogar verbaut werden müssen. „Bei Einfamilienhäusern sind es meist 20 bis 40 Prozent“, sagt Lallitsch. Die Bebauungsrichtlinien der jeweiligen Gemeinde, in der sich das Grundstück befindet, sollten sich Interessenten ebenfalls zu Gemüte führen. Denn diese beeinflussen das Aussehen des künftigen Eigenheims: Sie legen neben der Baufluchtlinie fest, welche Dachform, wie viele Stockwerke und möglicherweise auch welche Form das Haus haben darf. Auch die Mindestabstände zu den Nachbargrundstücken sind darin geregelt.


► Nebenkosten: Mit dem Kauf des Grundstücks allein ist es noch lang nicht getan. Wer sich eines Maklers bedient, muss eine Provision von maximal drei Prozent plus Umsatzsteuer in sein Budget einrechnen. Dazu kommen die Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent des Kaufpreises beziehungsweise Grundstückswertes, die Kosten für die Eintragung ins Grundbuch (1,1 Prozent des Kaufpreises) sowie die Kosten für Notar oder Rechtsanwalt. In der Regel muss man mit Nebenkosten in Höhe von zehn Prozent rechnen.


► Er- und Anschließungskosten: Hat man ein noch nicht aufgeschlossenes Grundstück im Visier, sollte man sein Budget gut überprüfen. Denn die Kosten für die Erschließung – vom Bau einer Zufahrtsstraße zum Grundstück über die Herstellung von Wasser-, Strom-, Telefon- und sonstigen Leitungen bis zum Kanal – können erheblich sein. Ist diese Infrastruktur vorhanden und muss das Haus nur daran angeschlossen werden, wird es günstiger. Wie hoch die jeweiligen Kosten sind, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.

Was Sie beachten sollten beim Erwerb eines . . . . . . Baugrundstücks

Experte werden oder heranziehen. Beim Kauf eines Grundstücks gibt es zahlreiche Hürden. Stolpert man, kann das ordentlich ins Geld gehen. Der Rat von Profis – vom Makler bis zum Architekten – kann helfen. Sie helfen beim Filtern der Anforderungen an das Grundstück genauso wie bei der Suche nach demselben und ebnen den Weg durch den Gesetzesdschungel.

Auf- und Anschließungsgebühren: Die Bauordnungen verstehen unter Aufschließung eines Grundstücks in der Regel Wasser, Kanal und Zufahrt. Die Kosten für die Herstellung dieser Infrastruktur schreibt die Gemeinde vor. Anschlussgebühren fallen für den Anschluss an Strom, Gas, Telefon usw. sowie für die Herstellung der Infrastruktur bis zum Haus an.

Grundstück ist nicht gleich Grenze: Wenn das Grundstück im Grundbuch, aber nicht im Österreichischen Grenzkataster eingetragen ist, sollte man eine Vermessung der Liegenschaft beauftragen – nur dann sind die Grenzen auch rechtsgültig. In diesem Fall sind auch Grenzverhandlungen mit Anrainern zu erwarten und Kosten für die Erstellung von Vermessungsurkunden.

Mehr redaktionelle Beiträge und Top-Objekte, die zum Verkauf stehen, finden Sie unter https://diepresse.com/immobilien