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Sonneneruptionen werden besser vorhersagbar

Polarlichter gehören zu den harmlosen Folgen eines Sonnensturms.
Polarlichter gehören zu den harmlosen Folgen eines Sonnensturms.v2osk / Unsplash
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Neues Modell erlaubt Warnung bis zu 20 Stunden bevor der Sonnensturm ausbricht.

Sonneneruptionen, auch koronale Massenauswürfe genannt, schleudern riesige Mengen geladener Partikel ins All. Treffen die auf die Erde, sorgen sie nicht nur für schön anzusehende Polarlichter, sie können auch Satellitensysteme – etwa zur Positionierung auf der Erde oder für Rundfunksignale – beschädigen, oder zu Stromausfällen am Boden führen. Besonders für die Raumfahrt sind die Stürme der Sonne gefährlich. Es dauert nur wenige Minuten, bis die Partikel des Zentralgestirns auf der Erde ankommen, daher gibt es seit einigen Jahrzehnten Bestrebungen, solche Ereignisse möglichst frühzeitig vorherzusagen.

Einen neuen Ansatz dafür verspricht eine Studie japanischer Wissenschaftler, die sie im Fachmagazin Science (30. 7.) präsentierten und die von einem Perspektivenartikel der Grazer Sonnenphysikerin Astrid Veronig begleitet wurde, in dem sie den physikalischen Annahmen, auf denen das japanische Modell basiert, Potenzial attestiert.

Magnetbogen als Auslöser

Die Basis für jegliche Art der Vorhersage bilden durchgehende Beobachtungen der Sonnenoberfläche von der Erde und dem erdnahen All aus. Doch diese Basis ist dünn, über die spezifischen Ausgangsbedingungen für die Sonnenausbrüche weiß man noch immer relativ wenig.

Der Ansatz der Japaner basiert auf der Annahme, dass es für einen Ausbruch eine Art magnetischen Doppelbogen braucht, der sich von der Sonnenoberfläche wegbewegt. Diese Herangehensweise erlaubt es, den Ort des Ausbruchs und das Ausmaß seiner Energie abzuschätzen. Ihre Methode hat sich bewährt: Zwischen 2008 und 2019 konnten die meisten großen Ausbrüche bis zu 20 Stunden vor ihrem Beginn detektiert werden. (APA/däu)