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Ohne Maske bei Trump-Event: Ex-Präsident­schafts­bewerber Cain verstarb an Coronavirus

Bezeichnete sich stets als "ABC-Man": Herman Cain galt als "American Black Conservative".
Bezeichnete sich stets als "ABC-Man": Herman Cain galt als "American Black Conservative".APA/AFP/MANDEL NGAN
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Cain war bei einer umstrittenen Trump-Wahlkampfveranstaltung in Oklahoma wie viele andere ohne Maske. Er hatte sich erfolglos 2012 für die Kandidatur bei den Republikanern beworben.

Der frühere republikanische Präsidentschaftsbewerber Herman Cain ist infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Er wurde 74 Jahre alt, wie es am Donnerstag in einer Stellungnahme auf seiner Webseite hieß. „Unsere Herzen sind gebrochen und die Welt ist ärmer: Herman Cain ist gegangen, um bei Gott zu sein“, ist auf der Seite zu lesen.

Cain hatte Ende Juni an einem Wahlkampfauftritt Trumps in Oklahoma teilgenommen, hatte dabei aber Berichten zufolge keinen direkten Kontakt mit dem Präsidenten, trug aber auch keinen Mund-Nasen-Schutz, wie ein Bild Cains auf dessen Twitter-Account zeigt, auf dem er umringt von zahlreichen Trump-Anhängern zu sehen ist.

Trumps Auftritt in der geschlossenen Halle vor Tausenden Zuschauern war wegen der anhaltenden Corona-Pandemie und des Risikos möglicher Infektionen umstritten gewesen.

Cain hatte demnach nach seiner Corona-Infektion Atembeschwerden und wurde den größten Teil des Juli in Atlanta im Krankenhaus behandelt. Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany, schrieb auf Twitter, Amerika werde Cains "Vermächtnis von Anmut, Patriotismus und Glauben" nie vergessen. Cain sei eine Personifizierung des amerikanischen Traums gewesen.

Kandidat im Jahr 2012

Der Geschäftsmann Cain hatte sich erfolglos um die Kandidatur der Republikaner für die Präsidentenwahl im Jahr 2012 beworben. Nach Berichten über angebliche außereheliche Affären hatte der ehemalige Chef einer Pizzakette das Handtuch geworfen. Seither machte er mit seinem Blog immer wieder als politischer Kommentator von sich reden. Trump soll Cain zeitweise auch als möglichen Kandidaten für das Direktorium der US-Notenbank in Erwägung gezogen haben.

Im Vorfeld der Präsidentenwahl im November sollte Cain als Kommentator beim konservativen Sender Newsmax eine eigene wöchentliche Show moderieren.

(APA/dpa)