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Interview

Joana Mallwitz: „Dirigieren lernt man nicht vom Nachdenken“

„Die Oper führt verdichtet alles, was in Coronazeiten eigentlich vermieden werden soll. Dass das Festival hier der Welt zeigen kann, dass es geht, ist ein wunderbares Zeichen an den Kulturbetrieb“: Joana Mallwitz.
„Die Oper führt verdichtet alles, was in Coronazeiten eigentlich vermieden werden soll. Dass das Festival hier der Welt zeigen kann, dass es geht, ist ein wunderbares Zeichen an den Kulturbetrieb“: Joana Mallwitz.(c) APA/BARBARA GINDL
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Die 34-jährige Deutsche Joana Mallwitz dirigiert am Sonntagabend bei den Salzburger Festspielen die Premiere von „Così fan tutte“: Ein Gespräch über Mozart, den idealen Lockdown und wie Salzburg heuer das Unmögliche vollbringt.

Die Presse: Eigentlich hätten Sie in Salzburg die Wiederaufnahme der „Zauberflöte“ dirigieren sollen. Die Anfrage zu „Così fan tutte“ kam sehr kurzfristig. Zudem hatten Sie noch eine verkürzte Probenzeit und mussten eine Strichfassung von 130 Minuten Länge erstellen. Dabei gelten Sie als Perfektionistin. Kamen Sie mit diesen Kompromissen klar?

Joana Mallwitz: Die Umstände waren speziell, aber Kompromisse musste ich keine eingehen. Die Anfrage aus Salzburg kam eine Woche nach Pfingsten. Das war kurzfristig, aber die Oper war mir vertraut von meiner letzten Produktion. Die „Così“ ist mir eines der liebsten Stücke überhaupt. Die verkürzte Probenzeit fühlte sich auch nicht als Kompromiss an, weil wir intensiv geprobt haben. Das ganze Team hat sich sozusagen in einen Lockdown begeben. Wir hatten Idealbedingungen.

Und die coronabedingte Strichfassung, gespielt ohne Pause?