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Gegen Pfandsystem

EU-Plastikabgabe: Wirtschaftskammer will bestehende Sammelinfrastruktur ausbauen

WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf (Archivbild).
WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf (Archivbild).(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Wirtschaftskammer präsentiert ein Gegenmodell zu dem von den Grünen präsentierten Pfandsystem auf Plastik.

In Hinblick auf die geplante EU-weite Plastiksteuer spricht sich die Wirtschaftskammer (WKÖ) für den Ausbau der bestehenden Sammelinfrastruktur ("gelbe Tonne") aus. In neun Jahren müssen 90 Prozent der Plastikflaschen recycelt werden, Österreich liegt derzeit bei 70 Prozent. Die Ziele seien ambitioniert, aber nicht utopisch, so WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf am Samstag im Ö1-"Morgenjournal".

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) kann sich ein Pfandsystem auf Plastik vorstellen. Bis Ende des Jahres will sie ein Gesamtpaket gegen die Plastikflut vorstellen. Die Wirtschaftskammer ist gegen einen Plastikpfand. "Wir denken an ein ganzheitliches Modell, das aufsetzt auf dem derzeitigen Sammelsystem, dass wir diese Trennung über ein Abholsystem und über den Ausbau des Abholsystems forcieren sollten", sagte der WKÖ-Generalsekretär.

Kopf drängt auf einheitliche Sammelstrukturen in Österreich und nicht unterschiedliche Regeln in jedem Bundesland. Im Burgenland, in Tirol und Vorarlberg liege die Plastikflaschen-Sammelquote bei 90 Prozent, in Wien nur bei 34 Prozent. "Die Duplizierung oder die Paralleleinführung jetzt dieses Pfandsystems würde mit Sicherheit etwa 60 Millionen mehr kosten", so der Wirtschaftskammer-Vertreter. Ein Pfandsystem würde kleinere Geschäfte mehr als 10.000 Euro pro Jahr kosten.

(APA)