Bergamo nach der Katastrophe. Nach wie vor tragen Einwohner auch im Freien eine Maske.
Reportage

Wie Bergamo das Coronatrauma überwinden will

In der Stadt im Norden Italiens hat das Virus besonders schlimm gewütet. Nun kehrt langsam Normalität zurück. Der Bürgermeister will die Stadt zum Symbol des Neuanfangs machen. Doch die Wunden sind nicht verheilt. Die Angehörigen der Verstorbenen fordern Antworten ein. Ein Lokalaugenschein.

Eine Dosis Galgenhumor kann nicht schaden, wenn es darum geht, eine Stadt nach einer beispiellosen Tragödie wieder aufzubauen. Das scheint zumindest Giorgio Gori so zu sehen. Er ist Bürgermeister der norditalienischen Stadt Bergamo, die zu Beginn des Corona-Ausbruchs in Europa weltweit in den Schlagzeilen stand, weil das Virus hier so schlimm wütete wie an keinem anderen Ort. Heute sagt er: „Wenigstens muss ich jetzt nicht mehr erklären, wo die Stadt liegt, deren Bürgermeister ich bin“, und lacht trocken.