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Song zum Sonntag

E-Gitarre und gute Vorsätze

Angel Olsen
Angel Olsen(c) beigestellt
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Sensibler Neo- Folkrock: Angel Olsen, geboren 1987 in St. Louis, derzeit in North Carolina, hat u. a. Bonnie „Prince“ Billy begleitet. Bald erscheint ihr sechstes Soloalbum, „Whole New Mess“.

Angel Olsen: „Whole New Mess“. Wenn ein Song nur von einer elektrischen Gitarre begleitet wird, bringt das eine ganz andere Aura, als wenn eine akustische Gitarre das einzige Begleitinstrument ist: Auch ohne Verzerrung vermittelt der elektrische Klang das Gefühl, dass da viel an üppigem Lärm, an wildem Sound möglich wäre, kommen könnte. Vielleicht sogar die „whole new mess“, von der Angel Olsen hier singt, die ganz neue Unordnung. Sehnt sie sich nach ihr, oder fürchtet sie sich davor? Das Lied, stabil errichtet auf felsenfesten Akkorden, stets noch langsamer als erwartet, beginnt mit der Beschwörung von Vorsätzen: „Oh I'll really do the change. Gettin' back on track. Back to my own head.“ Warum wird nichts daraus? Angel Olsen scheint ihrer eigenen Stimme nachzuhören, am Ende meint man sie ganz leicht gähnen zu spüren vor lauter Zerknirschungsroutine. Und dann bleibt da nur mehr diese Urgestein-Gitarre . . . Irgendwie elementar.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2020)