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Galaxy Note 20

Samsungs galaktischer Multipack

Perfekt in Szene setzen, das steht bei Smartphones heute im Fokus.
Perfekt in Szene setzen, das steht bei Smartphones heute im Fokus.REUTERS
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Die Südkoreaner wappnen sich für das Weihnachtsgeschäft. Fünf neue Galaxy-Geräte kündigt das Unternehmen an: Für die Ohren, das Handgelenk und die Hände.

Die Coronakrise hat vielen Branchen ordentlich zugesetzt. Auch die Smartphone-Hersteller mussten in den vergangenen Monaten massive Einbrüche verzeichnen. Das Weihnachtsgeschäft soll es wieder ausmerzen. Samsung bringt sich dafür mit fünf Geräten in Stellung. Am 5. August soll es etwas für die Ohren, das Handgelenk und die Hände geben, verspricht Tae Moon Roh, President and Head of Mobile Communications Business, in einem Blogbeitrag. Ein wahres Produktfeuerwerk wollen die Südkoreaner abfeuern. Der Überraschungseffekt wird sich in Grenzen halten.

Vor genau neun Jahren startete Samsung mit seiner Galaxy-Note-Serie. Einem übergroßen Smartphone, das im Gehäuse einen Stift beherbergt. Ausgelacht von der Konkurrenz setzte sich Samsung bei den Kunden trotzdem durch. Und auch in diesem Jahr bekommt die Note-Serie eine Auffrischung. Das Galaxy Note 20 und Note 20 Ultra sollen Käufer dazu bewegen, tief in die Tasche zu greifen. Mehr als 1000 Euro werden die Geräte auch heuer wieder kosten.

Ein Galaxy S20 mit Stift. In der Vergangenheit betrieb Samsung einen gewaltigen Aufwand, um gegen Leaks vorzugehen. Fake-Versionen, die in Foren veröffentlicht wurden. Prototypen, die mit Sicherheitsleuten im Hubschrauber zu Terminen gebracht wurden. Heute scheint der Hersteller resigniert zu haben. Täglich tauchen neue Gerüchte auf, in Russland zeigt Samsung auf der eigenen Webseite Bilder.

Damit hält sich das Rätselraten in Grenzen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass Samsung zwei Note-Modelle, die jeweils knapp unter der Sieben-Zoll-Marke sein sollen, vorstellen wird. Vom bereits erhältlichen Galaxy S20 soll es sich vor allem durch den S Pen unterscheiden. Hierbei werden Verbesserungen erwartet. Das Schreiben soll realistischer werden, die Latenz (Reaktionszeit) nur noch neun Millisekunden betragen. Das Schreibgefühl soll dem auf Papier dadurch ähnlicher werden.

Der Megapixel-Turmbau zu Babel. Ein bisschen dünner und breiter soll das Note 20 hingegen sein. Der Bildschirm soll eine Bildwiederholungsrate von 120 Hertz bieten. Hier will man vor allem die Gamer ansprechen, die auch einen Microsoft-Xbox-Deal erwarten dürfen. Bei Akku und Prozessor sind keine großen Sprünge zu erwarten.

Natürlich wird auch bei Samsungs nächstem Topmodell die Kamera wieder zum Herzstück. Beim Wettrüsten wird geklotzt statt gekleckert. Und während Nokia die Kameras im Kreis ansetzt, Huawei im Quadrat, baut Samsung einen Turm. Eine 108 Megapixel starke Kamera mit Laser-Autofokus und fünffach optischem Zoom stehen auf dem Datenblatt, zusätzlich noch zwei weitere 12-Megapixel-Kameras, wovon eine mit einer Periskop-Optik versehen wird. Der zweite 12-Megapixel-Sensor bietet die Ultraweitwinkel-Kamera. 8K-Videoaufnahmen sollen mit dem Phablet künftig ebenfalls möglich sein.

Klappe, die Nächste? Sicher scheint, dass es neue Galaxy Buds geben wird. Die Kopfhörer sollen ein völlig neues Design bekommen. Ebenfalls erwartet wird ein neues Tablet, das Galaxy Tab S7. Die Smartwatch Galaxy Watch 3 ist ebenfalls ein Fixstarter. Spannend bleibt es bei der Frage rund um das nächste Falthandy. Ein heißer Kandidat ist das Galaxy Z Fold 2, der Nachfolger des ersten Falt–Handys von Samsung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2020)