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Fußball-Offensive

Orbáns Traum von Ungarn als Großmacht

Ungarns Premierminister Victor Orb´an sieht sich gern am Ball.
Ungarns Premierminister Victor Orb´an sieht sich gern am Ball.REUTERS
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Victor Orbán will Ungarn wieder zu einer Fußball- und Sportnation erster Güte aufrüsten, dafür investiert die Regierung Millionen in neue Stadien. Führt ein Spielzug sogar nach Mattersburg?

Im vergangenen November wurde in Budapest anlässlich des Länderspiels Ungarn gegen Uruguay feierlich die Puskás Aréna eröffnet. Das Stadion erleuchtete in den Nationalfarben Rot, Weiß und Grün, in der Südkurve enthüllten Fans ein Banner von Ferenc Puskás, um dem Idol und Namensgeber mit einer eindrucksvollen Choreografie die Ehre zu erweisen. In der VIP-Lounge saß neben Premierminister Victor Orbán Uefa-Präsident Aleksander Čeferin, der von einem „Juwel in der Krone des ungarischen Fußballs“ schwärmte. Zwar war das Spiel mit 1:2 verloren, doch von der wahrhaft pompösen Eröffnungszeremonie sollte ein Signal ausgehen: Ungarn spielt wieder im Konzert der großen Fußballnationen mit.

Orbán träumt von einem neuen goldenen Zeitalter des ungarischen Fußballs. Er will seine Heimat wieder zur Großmacht aufrüsten. Nicht nur gesellschaftspolitisch, auch sportlich will er an die glorreichen 1950er-Jahre anknüpfen, als Ungarn als schier unschlagbar gegolten hat mit Ferenc Puskás, der später bei Real Madrid zum Superstar avanciert ist. Puskás ist bis heute eine Legende, ein Säulenheiliger, der überall verehrt wird.