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WHO erwartet "sehr lange" Coronavirus-Pandemie

Ein Bild vom Flughafen in Kuwait in der Corona-Krise.
Ein Bild vom Flughafen in Kuwait in der Corona-Krise.APA/AFP/YASSER AL-ZAYYAT
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Das Notstand-Komitee der Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer Ermüdung im Kampf gegen Virus. In Österreich sei die Lage stabil, erklärt Gesundheistminister Anschober.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet eine "sehr lange" Coronavirus-Pandemie. Das erklärte das Notfallkomitee der WHO am Samstag in Genf - sechs Monate, nachdem die Organisation den internationalen Notstand ausgerufen hatte. Zugleich warnte das Komitee vor der Gefahr, dass wegen des "sozio-ökonomischen Drucks" eine Ermüdung bei den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus eintreten könne.

In seinem Statement vor dem Gremium sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, die Pandemie sei eine Jahrhundertkrise, deren Wirkungen noch Jahrzehnte zu spüren sein würden. Die Experten waren sich einig, dass die Verbreitung des Virus nach wie vor eine "Notlage von internationaler Tragweite" sei.

Weltweit haben sich nach einer Zählung von AFP bisher rund 17,5 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Mehr als 680.000 Menschen starben bereits an den Folgen der Infektion.

Lob für Behörden von Anschober

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sieht die Situation in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie in Österreich stabil. Er lobte am Samstag in einer Aussendung die Arbeit der Gesundheitsbehörden in den Ländern und Bezirken. Gleichzeitig warnte Anschober: "Das Virus hat also offensichtlich weltweit noch immer nicht den Höhepunkt erreicht - es breitet sich immer schneller aus."

Er verwies auf Rekordzahlen, welche die WHO "fast jede Woche" verzeichne. Besonders starke Steigerungen gebe es weiterhin in den USA, Brasilien und Südafrika - auch Indien rage mit 55.000 neuen Infektionen heraus.

Mit 82 Neuinfektionen von Freitag auf Samstag und einem leichten Rückgang der aktiv Erkrankten sprach der Gesundheitsminister von einer stabilen Lage in Österreich. "Die Gesundheitsbehörden in den Ländern und Bezirken machen angesichts der relativ vielen regionalen Clusterbildungen, die in dieser Phase 3 nach den zehn großen Öffnungsschritten, den Grenzöffnungen und dem Comeback des Tourismus zu erwarten waren, einen sehr guten Job beim Containment und damit bei der Eingrenzung der Infektionen, um große Ausbrüche zu vermeiden", konstatierte Anschober.

(APA/AFP/dpa)