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Kolumne zum Tag

Bitte einen „Kusch“-Knopf für Selbstbedienungskassen

Symbolbild.
Symbolbild.(c) imago images / Panthermedia
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Automaten mit Kundenkontakt sollte man mithilfe einer Schweigetaste ruhig stellen können.

Ein Vorteil der Großstadt ist, dass man nicht mit jedem reden muss. Es sind zwar viele Menschen da, aber man kann sich selbst im urbanen Gedränge kommunikativ aus dem Weg gehen. Diesen Vorteil hat man in kleineren Orten nicht, weil die Chance auf eine Begegnung mit jemandem, den man kennt, höher ist. Auch die Automatisierung hätte an sich den Vorteil, dass man sich das Kommunizieren sparen kann – das ist vor allem für die, die nach dem Betreten eines Geschäfts sofort beim „kann ich helfen“ eines Mitarbeiters wieder kehrtmachen, ein unbezahlbarer Vorteil. (Seit es die Bestellautomaten gibt, gehe ich übrigens viel öfter zu McDonald's!) Allein, der schönste Automat hilft nichts, wenn er dann zu plappern beginnt. „Willkommen, bitte scannen Sie Ihren ersten Artikel!“ Ja, vielen Dank, liebe Selbstbedienungskassa, auf diese Idee wäre ich jetzt nicht von selbst gekommen. Auch die Aufforderung, dass man nach dem Druck auf die „Bezahlen“-Taste jetzt, nun, bezahlen soll, könnte man sich sparen. Abgesehen davon, dass man sich bevormundet fühlt, wenn ständig eine Computerstimme dahinquargelt, wo man den Einkauf nach dem Scannen hinlegen soll. Oder am Ende daran erinnert, dass man die Sachen gefälligst auch mitnehmen soll. „Vielen Dank, dass Sie sich für die Selbstbedienungskassa entschieden haben!“ Herrgott, wenn ich ständig bequatscht werden wollte, hätte ich doch auch aufs Land ziehen können!

Daher ein Plädoyer an alle, die Automaten für den Kundenverkehr herstellen: Baut den Dingern einen „Kusch“-Knopf ein. Mit dieser Schweigetaste kann man dem Ding mitteilen, dass man keinerlei Sprachnachrichten wünscht. Und einfach nur seinen Einkauf in Ruhe erledigen will, ohne von einer Computerstimme genervt zu werden. Und über die Durchsagen bei den ÖBB reden wir dann beim nächsten Mal . . .

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2020)