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Festnahme

Iran: USA unterstützen „bekannte Terroristen“

Archivbild.
Archivbild.(c) REUTERS (Morteza Nikoubazl)
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Teherans Geheimdienst will Chef einer Oppositionsgruppe mit Sitz in den USA gefasst haben.

Teheran. Die angebliche Festnahme des Chefs einer in den USA ansässigen Exil-„Terrorgruppe“ im Iran heizt die Rhetorik zwischen Teheran und Washington an. Iranische Staatsmedien berichteten am Wochenende, der Geheimdienst habe den Kopf der monarchistischen Organisation Tondar (Donner), Jamshid Sharmahd gefasst. Er wird von Teheran für einen tödlichen Bombenanschlag in der südiranischen Stadt Schiras im Jahr 2008 verantwortlich gemacht. Außerdem soll er weitere „bewaffnete Angriffe und Sabotage-Akte im Iran angeführt“ haben.

Details über Ort und Zeitpunkt der Festnahme wurden nicht bekannt. Das iranische Außenministerium warf den USA vor, Sharmahd Exil gewährt zu haben. Washington unterstütze „bekannte Terroristen“, die von den USA aus „bewaffnete Anschläge und Sabotage-Akte gegen das iranische Volk organisieren und für Blutvergießen im Iran verantwortlich sind“.

Das US-Außenministerium teilte mit, es sei über die Festnahme Sharmahds informiert worden. „Das iranische Regime hat eine lange Geschichte, wenn es um die Inhaftierung von Iranern und Ausländern auf der Basis falscher Anschuldigungen geht“, sagte ein Sprecher. Er forderte den Iran zur Transparenz und zur Achtung der völkerrechtlichen Standards auf. Die auch als „Kingdom Assembly of Iran“ bekannte Organisation Tondar lehnt das politische System der Islamischen Republik ab und tritt für die Wiedereinführung einer Monarchie in dem Land ein. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2020)