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Gedenkfeier: "Loveparade wurde zum Totentanz"

Gedenkfeier für Loveparade-Opfer hat begonnen
Gedenkfeier für Loveparade-Opfer hat begonnen(c) AP (Mario Vedder)
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Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel war bei der Feier vertreten. Der Gedenkgottesdienst wurde im Fußballstadion auf Leinwänden übertragen. Nur einige hundert Menschen fanden den Weg ins Stadion.

In einer Trauerfeier haben Angehörige, Rettungskräfte und Politiker am Samstag in Duisburg für die Toten der Loveparade gebetet. "Die Loveparade wurde zum Totentanz", sagte der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, bei der Gedenkfeier in der Salvatorkirche. "Mitten hinein in ein Fest überbordender Lebensfreude hat der Tod uns allen sein schreckliches Gesicht gezeigt."

21 Kerzen für 21 Opfer

Unter den Anwesenden waren Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sowie die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD). Zu Beginn der Trauerfeier wurden eine Kerze und ein Kondolenzbuch von dem nahe gelegenen Unglücksort an einem Tunnel zum Altar gebracht. Rettungskräfte, Notfallseelsorger und andere Einsatzkräfte zündeten 21 Kerzen für die Opfer der Katastrophe an.

"Trauer, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Wut"

Schneider sprach von "Trauer und Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut", die das Denken der Menschen beherrschten. Er erwähnte in seiner Predigt aber auch "Erwachsene, die wie versteinert Verantwortung von sich weg schieben." Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck sprach von einem Leid, das lange währen wird. "So gegensätzlich ist unser Leben: In dem einen Moment ist Party angesagt und im anderen Moment liegen wir hilflos am Boden."

Vor einer Woche war es in Duisburg auf dem Technofestival zu einer Massenpanik gekommen. 21 Menschen starben. Es gab mehr als 500 Verletzte. Der ökumenische Gottesdienst wurde auch in weiteren Kirchen der Stadt übertragen. Die Öffentlichkeit kann den ökumenischen Gottesdienst auch im Stadion des MSV Duisburg verfolgen. Jedoch herrschte zunächst geringer Andrang an den Übertragungsorten.

(APA/AFP)