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Finanzskandal

Mattersburg-Bank: 1,2 Millionen Euro kurz vor Schließung abgehoben?

APA/THERESA PUCHEGGER
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Nur zwei Stunden vor der Schließung der Commerzialbank Mattersburg sollen 1,2 Millionen Euro vom Regionalmanagement Burgenland (RMB) behoben worden sein. Das RMB weist das vehement zurück.

Kurz vor der Schließung der durch einen Bilanzskandal erschütterten Mattersburger Commerzialbank soll das Regionalmanagement Burgenland (RMB) deponiertes Geld behoben haben. Einem "Kurier"-Bericht zufolge geht es um 1,2 Millionen Euro. Die Grünen stellten am Sonntagabend in den Raum, dass es einen Tipp aus der Bank gegeben haben könnte und kündigten Anfragen an die Landesregierung an.

Dem Medienbericht zufolge erfolgte die Geldabhebung am 14. Juli kurz nach 21.30 Uhr. Nur zweieinhalb Stunden später ließ die Finanzmarktaufsicht die Bank sperren, wodurch keinerlei Kontobewegungen mehr möglich waren. Dem "Kurier" zufolge war die Abhebung von etwa 1,2 Millionen Euro der rund 2,5 Millionen Euro, die das RMB, eine Tochtergesellschaft des Landes, bei der Mattersburger Commerzialbank deponiert hatte, in besagter Nacht die "auffälligste Geldüberweisung".

Norbert Hofer fordert eine Veröffentlichung, welche politischen Funktionäre ihr Vermögen kurz vor der Schließung der Bank noch abgehoben haben.

In der RMB engagiert war nach dem Medienbericht der am Samstag zurückgetretene Landesrat Christian Illedits (SPÖ). Die Verbindung bestehe aufgrund der Obmann-Tätigkeit von Illedits bei der LAG Nordburgenland plus, einem Verein aus 69 Gemeinden und deren Partnern, der nach eigenen Worten die Regionalentwicklung im Nordburgenland vorantreibt.

Für den burgenländischen FPÖ-Landesobmann und FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer ist das eine verheerende Optik: „Das kann kein Zufall sein. Hier wurde offenbar an einige wenige Informationen weitergeleitet – vergleichbar mit einem Insiderhandel an der Börse. Mit dieses Tipps konnten einige offenbar noch ihre Ersparnisse retten.“

Genau dieser Konnex rief aber auch die burgenländischen Grünen am Sonntagabend auf den Plan. "Hatte der nun zurückgetretene Wirtschaftslandesrat davon Kenntnis, dass eine Million Euro aus der Commerzialbank abgehoben wurde?", fragte Landessprecherin Regina Petrik in einer Aussendung. Eine weitere Frage, die sich stelle sei, ob es üblich ist, "dass solche hohen Summen mitten in der Nacht von der RMB abgehoben werden", wurde Petrik zitiert.

RMB dementiert Geldabhebung

Indes hat die RMB hat am Montag die Geldabhebung von einem Konto bei der Commerzialbank dementiert. "Es hat zum besagten Zeitpunkt und auch danach keine Kontobehebung stattgefunden", stellte das Unternehmen in einer Aussendung fest. Die RMB "hatte zu keinem Zeitpunkt 2,5 Mio. Euro auf einem Konto bei der Commerzialbank Mattersburg, sondern exakt 1.399.959,84 Euro", hieß es in der Mitteilung. Der gesamte Betrag liege nach wie vor bei der Commerzialbank. Das Konto sei mittlerweile gesperrt, das RMB habe keinen Zugriff darauf.

In der Zwischenzeit seien am 29. Juli genau jene 100.000 Euro überwiesen worden, die dem RMB wie allen anderen Kunden und Einlegern auch als Maximalbetrag aus der Einlagensicherung zustünden. Was die Restsumme betrifft, werde das RMB sich über den Rechtsweg schadlos zu halten versuchen. Die Regionalmanagement Burgenland GmbH werde sich zudem gegen alle faktenwidrigen Medienberichte mit rechtlichen Schritten wehren, hieß es.

Auch der Landeshauptmann des Burgenlands, Hans Peter Doskozil (SPÖ), wies den Bericht am Montag als „Unwahrheit“ zurück.

(APA)