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Wirtschaftspolitik

China strebt nach mehr wirtschaftlicher Eigenständigkeit

A woman holds an umbrella as she rides a Didi shared bicycle in the Central Business District in Beijing
Die chinesische Wirtschaft konzentriert sich in Zukunft stärker auf die Inlandsnachfrage.REUTERS
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Im Oktober soll der Fünfjahresplan für 2021 bis 2025 beschlossen werden.

China will weniger von ausländischen Märkten und Technologien abhängig sein. Regierungsberater begründeten das mit den wachsenden Streitigkeiten mit den USA und den Folgen der Coronapandemie. Die Regierung habe ein Konzept vorgelegt, das auf die Stärkung der Binnenwirtschaft abziele, sagten mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch.

„Wir werden uns mehr auf die Inlandsnachfrage verlassen, da der Außenhandel zurückgehen wird und die Vereinigten Staaten eine Technologieblockade verhängen", sagte ein zweiter Insider, der ebenfalls anonym bleiben wollte.

Das Vorgehen könnte zur Priorität im 14. Fünfjahresplan der Regierung (2021-2025) werden, der von den Spitzen der Kommunistischen Partei im Oktober erörtert und gebilligt werden soll, hieß es. Der Plan könne dann Anfang 2021 im Parlament vorgestellt werden. Der aktuelle Fünfjahresplan konzentriert sich auf die Abkehr von traditionellen und umweltverschmutzenden Industrien, die Förderung technologischer Innovationen und den Aufbau einer wohlhabenderen Gesellschaft.

Konsum im Fokus

China versucht bereits, seine Wirtschaft auf ein stärker auf Konsum basierendes Wachstum auszurichten, um weniger abhängig von Exporten und Investitionen zu werden. Im vergangenen Jahr machten die Exporte und Importe 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus - genau halb so viel wie 2006, wie aus Regierungsdaten hervorgeht.

Höhere US-Zölle haben Exportweltmeister China zugesetzt. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten brachen im ersten Halbjahr 2020 zudem auch wegen der Coronapandemie um 11,1 Prozent ein. Washington hat zuletzt chinesische Technologiekonzerne wie Huawei und die beliebte Video-App TikTok von ByteDance ins Visier genommen hat, was in Peking für Verstimmung sorgt.

 

(APA/Reuters)