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Affäre

Serbiens trübe Waffengeschäfte

Nach einer Granatenexplosion im aserbaidschanischen Dorf Agdam Mitte Juli.
Nach einer Granatenexplosion im aserbaidschanischen Dorf Agdam Mitte Juli.(c) REUTERS (AZIZ KARIMOV)
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Die Exporte regierungsnaher Waffenhändler in Krisenregionen wie den Jemen sorgen in Belgrad für Ärger und politische Spannungen.

Belgrad. Ausgerechnet eine Granate aus der Waffenschmiede eines vermeintlichen Partnerstaats riss am 14. Juli im aserbaidschanischen Dorf Agdam den Rentner Asis Asisow aus seinem 75-jährigen Leben. „Armenien hat aserbaidschanische Positionen mit serbischen Granaten beschossen“, vermeldete hernach aufgebracht das regierungsnahe Webportal Haqqin.az und berichtete über „tiefe Enttäuschung“ in Baku: „Warum hat Serbien Armenien heimlich mit diesen Waffen beliefert? Hat Serbien die humanitären Hilfslieferungen Aserbaidschans und die Nichtanerkennung Kosovos vergessen?“

Empört bestellte Baku Serbiens Botschafterin ins Außenministerium ein. In Serbien, das mit Aserbaidschan 2013 eine Erklärung zur „strategischen Partnerschaft“ unterzeichnete, hat sich vor allem der geschäftsführende Handelsminister Rasim Ljajić um Schadensbegrenzung in dem für Belgrad sehr peinlichen Skandal zu bemühen.