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Ibiza-U-Ausschuss: Ladungsliste für den Herbst ist fix

IBIZA-U-AUSSCHUSS: SOBOTKA
Wolfgang Sobotka, Vorsitzender des U-Ausschusses, ist nun selber Geladener. (Archivbild)APA/HELMUT FOHRINGER
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Nach langem Hin und Her konnten sich die Parlamentsparteien auf eine Ladungsliste für die Herbstsaison im Ibiza-Untersuchungsausschuss einigen. Prominente Namen stehen darauf.

Die Fraktionen haben sich am Donnerstag auf eine Ladungsliste für den Ibiza-Untersuchungsausschuss für den Herbst verständigt. Die neue Befragungsrunde startet am 9. September - dabei ist Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), Vorsitzender des U-Ausschusses, als Auskunftsperson geladen. Bis zum November sollen dann unter anderem auch der Industrielle Hans Peter Haselsteiner, Burgenlands Landeshauptmann, Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Immobilieninvestor René Benko geladen werden. Der Einigung war ein langes Hin und Her zwischen den Fraktionen vorausgegangen.

Der Fahrplan wurde für die ersten zehn Befragungstage festgelegt. Zudem habe man sich für die November-Termine auf die thematischen Schwerpunkte geeinigt, hieß es. Über die genaue Reihung für die November-Termine soll bis zum September aber noch auf Referentenebene weiterverhandelt werden.

Auch Pierer und Ortner geladen

Immobilieninvestor Benko wird für den 21. Oktober geladen. Für denselben Tag ist auch KTM-Chef Stefan Pierer eingeplant. Tags darauf sollen dann Haselsteiner und Klaus Ortner, Geschäftsführer von IGO Industries, sich den Fragen der Abgeordneten stellen.

Für den 9. September stehen neben Sobotka abermals Milliardärin Heidi Horten und Novomatic-Eigentümer Johann Graf am Plan. Bei beiden hat das Bundesverwaltungsgerichts jedoch vor kurzem Beugestrafen wegen ihres Nicht-Erscheinens bei ihrer ersten Ladung abgelehnt. Jetzt sollen ergänzende Sachverständigengutachten eingeholt werden. Da die Fraktionen aber offenbar nicht mit einem Erscheinen im September kalkulieren, sind für diesen Tag zudem die Befragungspersonen Bernhard Krumpel (ehemaliger Leiter Konzernkommunikation Novomatic, Anm.) und Markus Braun (Vorstand Sigma Investment AG, Anm.) vorgesehen. Beide hätten bereits aussagen sollen, kamen aber aus zeitlichen Gründen nicht mehr zum Zug.

Privatkliniken ebenfalls im Fokus

Am Tag danach geht es mit Casinos-Chefin Bettina Glatz-Kremsner und dem ehemaligen Finanzminister Hartwig Löger um den Casinos-Komplex und den mutmaßlichen Gesetzeskauf im Glücksspielbereich. Im September sind weiters unter anderem noch OMV-Vorstandsvorsitzender Rainer Seele und -Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang C. Berndt sowie Novomatic-Manager Alexander Merwald und der Chef der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), Matthias Krenn, vorgesehen.

Im Oktober stehen - wie erwähnt - diverse Großspender am Plan. Zudem soll die Gesetzgebung unter Türkis-Blau für die Privatkrankenanstalten weiter beleuchtet werden. Am 8. sind daher der Vorstandsvorsitzende der Premiquamed Holding, Julian Hadschieff, Privatklinik-Betreiber Walter Grubmüller und Bernhard Wurzer, Generaldirektor der ÖGK, geladen. Insgesamt sind an den zehn Befragungstagen bis zum November 29 Auskunftspersonen vorgesehen.

„Langes Ringen“ 

Für die Befragungstage im November hat man sich vorerst lediglich auf thematische Schwerpunkte geeinigt, hieß es. Am 4. soll es etwa um die "Schredder-Causa" gehen, bei der ein Kabinettsmitarbeiter von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Festplatten unter falschem Namen hatte vernichten lassen. Am Tag danach um das Ibiza-Video und die Ermittlungen dazu. Die restlichen Novembertermine seien für etwaige Profiteure des mutmaßlichen Gesetzeskaufes reserviert.

ÖVP-Fraktionsführer Wolfgang Gerstl zeigte sich am Donnerstag zufrieden, dass man zu einer Einigung gekommen sei. Es sei "wichtig, dass die übliche Usance gegriffen hat". Die ÖVP habe in den vergangen Wochen drei Kompromissvorschläge vorgelegt, betonte Gerstl. Gänzlich anders sahen das die Neos. Deren Fraktionsführerin, Stephanie Krisper, monierte, dass die ÖVP anfangs "diktieren statt verhandeln" habe wollen. Nach "zähem Ringen" sei nun aber die Einigung geglückt. "Die neue Ladungsliste ist ein für alle Seiten akzeptabler Kompromiss", so Krisper.

"Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Die neue Ladungsliste für den Herbst ist der erste Schritt auf diesem Weg", betonte wiederum Grünen-Mandatar David Stögmüller. Über die Ladungsliste sei lange gerungen worden und die Grünen hätten in der vergangenen Woche den Streitparteien einen Kompromissvorschlag vorgelegt, um die Aufmerksamkeit im U-Ausschuss wieder auf Aufklärung zu lenken.

(APA)