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Streamingtipps

Streamingtipps: Ab ins kühle Nass!

Jason Mamoa im Comicblockbuster „Aquaman“(c) Imago
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Die Wolken verziehen sich, die Sonne lacht, der See lockt. Wer dieses Wochenende trotzdem zu Hause bleibt, kann sich beim Streamen erfrischen: mit fünf empfehlenswerten Wasserfilmen.

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Aquaman

Von James Wan, 2018
Zu sehen auf Sky, in Deutschland auf Netflix

Wasser, Medium der Freiheit, Medium des Glücks; zugleich bedrohliche Naturgewalt. Der Mensch war stets zerrissen zwischen dem Bedürfnis, sich den Fluten hinzugeben, abzutauchen, darin aufzugehen. Und dem Verlangen, sie zu bändigen, zu zähmen, über sie zu herrschen. Im Film äußert sich dieser Zwiespalt in der Polarität zwischen realistischen Wasseraufnahmen und überbordenden Spezialeffekten. Gleichzeitig mit maßgeblichen Entwicklungen im Bereich der Unterwasserfotografie startete die erste, stumme Fassung von Cecil B. DeMilles berühmtem Bibelepos „Die zehn Gebote“ (1923), in der die Teilung des Roten Meers mit Unterstützung eines zerschnittenen Puddings auf Bild gebannt wurde. Einen weiteren Markstein filmischer H2O-Beherrschung bildete James Camerons „The Abyss“ (1989) mit seinem Elementarwesen aus dem Computer. Im Comicblockbuster „Aquaman“ (2018) schmolzen schließlich alle verbliebenen Grenzen der Kunst. Der muskulöse Meeresprinz hechtet hier durch einen restlos digitalisierten Ozean – Spielwiese für exzessive Actionfantastik, die keine physikalischen oder erzählerischen Gesetze mehr kennt. Ein eindrucksvoll absurder Höhepunkt moderner Totalunterhaltung.

Keanu Reeves Patrick Swayze Johnny Keanu Reeves l schliesst sich den Jungs um den charismatischen
Keanu Reeves und Patrick Swayze in "Point Break"(c) imago/United Archives (imago stock&people)

Point Break - Gefährliche Bandung

Von Kathryn Bigelow, 1991
Zu sehen auf Netflix, Sky

Bekannt ist Kathryn Bigelows „Point Break“ vor allem als furiose Action-Tour-de-Force. Zu Recht. Doch nebenher handelt es sich auch um einen Surferfilm, der das Klischee des Surfers als tiefenentspannten Strandhippies auf clevere Weise unterwandert. „Dirty Dancing“-Star Patrick Swayze spielt Bodhi, den Wellenreiter und Anführer einer gemeingefährlichen Bankräubergang, als buddhistischen Adrenalinjunkie auf der Suche nach dem ultimativen Kick ins Nirwana. Verführerisch, wie man seine Bande erstmals in Zeitlupe über die Brandung brettern sieht, die geifernde Gischt im Nacken. Verständlich, dass der Undercovercop (Keanu Reeves) sich zu ihnen gesellen will – auf eigene Gefahr.

Ponyo

Von Hayao Miyazaki, 2008
Zu sehen auf Netflix

Ponyo ist ein kleines Goldfischmädchen, das endlich auch Landabenteuer erleben will. Seiner wässrigen Heimat entfleucht, trifft es den Menschenjungen Sōsuke – und freundet sich mit ihm an. Zusammen hoppeln sie glückselig übers Land, bis Ponyos Tiefseevater sie zurückbeordert. Und Sōsuke um ihren Verbleib kämpfen muss. Nach einer Reihe überbordender, elaborierter Fantasy-Epen wandte sich Anime-Meister Hayao Miyazaki einer vergleichsweise „einfachen“ Kindergeschichte zu, die an seine vielleicht beste Arbeit, „Mein Nachbar Totoro“, erinnert und vor allem mit seinem handgezeichneten Wasserspektakel beeindruckt: Wenn Ponyo im Starkregen über wallende Wogen wieselt, bleibt kein Auge trocken.

L'Atalante
L'Atalante(c) imago images/KHARBINE-TAPABOR (1934 via www.imago-images.de)

L'Atalante

Von Jean Vigo, 1934
Zu sehen auf Amazon

Nur einen einzigen Langfilm hinterließ der mit 29 Jahren an Tuberkulose verstorbene Franzose Jean Vigo seiner Nachwelt. Aber was für einen! In „L'Atalante“ bündelt sich magischer Realismus mit avantgardistischem Ungestüm, tiefes Gefühl mit entzückendem Spieltrieb. Dabei dreht sich diese Leinwandperle, deren Einfluss bei Emir Kusturica, Leos Carax und vielen anderen durchschimmert, um eine simple Liebesgeschichte zwischen einer Dorfschönheit und einem Frachterkapitän. Doch die Aufmachung macht's, dank des ruppigen Charmes markanter Nebenfiguren (eine Wucht: Michel Simon als erster Maat) und vieler poetischer Einsprengsel, wie einem unvergesslichen, traumwandlerischen Unterwassertanz.

20,000 LEAGUES UNDER THE SEA, Kirk Douglas, 1954 Courtesy Everett Collection !ACHTUNG AUFNAHMEDATUM GESCH�TZT! PUBLICATI
Kirk Douglas in "20.000 Meilen unter dem Meer"(c) imago images/Everett Collection (Courtesy Everett Collection via)

20.000 Meilen unter dem Meer

Von Richard Fleischer, 1954
Zu sehen auf Disney+

Eine der schönsten Jules-Verne-Adaptionen, „20,000 Leagues Under the Sea“, stammt aus der Unterhaltungswerft von Disney. Sie betört in erster Linie mit tollem Produktionsdesign von Harper Goff, dessen „Nautilus“ aussieht wie eine Kreuzung aus Stör und Mondrakete. Aber auch mit wundersamen Unterwasseraufnahmen und bis heute überwältigenden Abenteuerszenen – wie dem Angriff einer wütenden Riesenkrake auf hoher See. Und nicht zuletzt mit einem spielfreudigen Ensemble: Kirk Douglas als singender Seemann und Draufgänger, Paul Lukas und Peter Lorre als Wissenschaftler und Assistent, James Mason als enigmatischer Kapitän Nemo. Letzterer erscheint erstaunlich ambivalent: Ein gefühlskaltes Genie, das am Boden des Ozeans Ruhe und Frieden sucht, in seinem U-Boot-Hobbykeller eingekapselt, wo die Unwägbarkeiten der Außenwelt (zu denen bezeichnenderweise auch Frauen gehören) keinen Zutritt haben. Nemo hat Atomkraft als Treibstoff entdeckt, doch die wahre Triebkraft seines Schiffs ist ein Trauma, das sich immer wieder in brutalen Attacken gegen vermeintliche Feinde entlädt. Eine ungewohnt abgründige Hauptfigur für einen Film dieser Größenordnung.

 

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