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Salzburg

Denkmal für verworfene Ideen

Die Wiener Künstlerin Esther Stocker hat die Inspirationskraft nicht gebauter Festspielhäuser in eine Skulptur gepackt.
Die Wiener Künstlerin Esther Stocker hat die Inspirationskraft nicht gebauter Festspielhäuser in eine Skulptur gepackt.(c) SF/Anne Zeuner
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Künstlerin Esther Stocker hat für den Mönchsberg eine zauberhafte Skulptur geschaffen – eine von vier Installationen zum Jubiläum der Festspiele.

Es sieht aus, als hätte jemand riesige Papierblätter zerknüllt und auf die Wiese geworfen. So wie wenn man sich nicht mehr benötigter Notizen einfach entledigt. Nur dass es sich bei diesen Notizen – eigentlich sind es gedruckte Seiten aus einer Broschüre – um ein Stück Festspielgeschichte handelt. Die zerknüllten Blätter auf der Wiese auf dem Mönchsberg hoch über der Salzburger Altstadt gehören zu einer Skulptur, die sich die in Wien lebende Künstlerin Esther Stocker für das Projekt „Der Traum von einem Feentempel – künstlerische Interventionen zu nie gebauten Festspielhäusern“ erdacht und realisiert hat.

Ihre Skulptur setzt sich mit dem ersten Entwurf für ein Festspielhaus auseinander. Im Jahr 1890 haben sich engagierte Salzburger dafür eingesetzt, dass auf dem Mönchsberg – ähnlich wie auf dem grünen Hügel in Bayreuth – ein Opernhaus für Mozart-Festspiele gebaut werde. Der Entwurf stammte von den Wiener Architekten Fellner & Helmer und sollte das Haus in Bayreuth in Größe und Pracht weit übertreffen. In einer kleinen Broschüre warb das Actions-Komitee für diese Idee und sammelte Spenden, um den kühnen Entwurf auch zu realisieren.