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Prämie

Firmen investieren, der Staat zahlt mit

Ab Herbst können sich Unternehmen bis zu 14 Prozent ihrer Investitionen als Förderung zurückholen.

Wien. Die konjunkturelle Unsicherheit aufgrund der Coronapandemie hemmt auch die Investitionslust der Unternehmen. Die heimischen Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die Firmen heuer und auch im kommenden Jahr deutlich weniger Geld ausgeben werden als zuletzt – was dem Standort schadet und das Wirtschaftswachstum zusätzlich schwächt. Um dem entgegenzuwirken, plant die türkis-grüne Regierung bekanntlich die Einführung einer Investitionsprämie. Wie „Die Presse“ erfahren hat, stehen die genauen Details dazu nunmehr fest.

Ab ersten September kann demnach jedes österreichische Unternehmen (unabhängig von Größe und Branche) bei der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) eine Förderung für Neuinvestitionen an österreichischen Standorten beantragen. Die Investitionskosten müssen mindestens 5000 Euro und höchstens 50 Millionen Euro betragen. Als neu gilt eine Investition dann, wenn sie frühestens im August 2020 gestartet wurde. Die Basisprämie beträgt sieben Prozent der Investitionskosten, die als nicht rückzahlbarer Zuschuss an die Antragsteller ausgezahlt wird. Bei Investitionen in Digitalisierung, Ökologisierung, Klimaschutz und Gesundheit werden sogar 14 Prozent der Investitionssumme vom Staat getragen.

Die Maßnahme des Wirtschaftsministeriums ist zeitlich befristet. Der spätestmögliche Zeitpunkt, um einen Förderantrag zu stellen, ist der 28. Februar 2021. Ausgeschlossen sind klimaschädliche Investitionen, Investitionen in unbebaute Grundstücke, Finanzanlagen, Übernahmen oder in aktivierte Eigenleistungen. (auer)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2020)