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China/USA

Ranghoher US-Besuch in Taiwan birgt Spannungen

(c) APA/AFP/POOL/PEI CHEN
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US-Gesundheitsminister Azar in Taipeh eingetroffen. Hongkong kritisierte unterdessen Strafmaßnahmen Washingtons.

Hongkong/Washington. Der Besuch des US-Gesundheitsministers Alex Azar im diplomatisch isolierten Taiwan dürfte die Spannungen zwischen Washington und Peking weiter verschärfen. Azar wird bei dem dreitägigen Besuch mit Taiwans Präsidentin, Tsai Ing-wen, Gesundheitsminister Chen Shih-chung und Außenminister Joseph Wu zusammenkommen. Er ist der ranghöchste US-Regierungsvertreter, der seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit China im Jahr 1979 die Insel besucht. Die Verdienste im Kampf gegen das Coronavirus sollen gewürdigt werden, hieß es.

Hongkong hatte zuvor die US-Sanktionen gegen die Regierungschefin der chinesischen Sonderverwaltungsregion, Carrie Lam, heftig kritisiert. Ein Regierungssprecher bezeichnete die jüngsten Strafmaßnahmen gegen Lam und zehn weitere Personen am Wochenende als „schamlos und abscheulich“. Er warf den Vereinigten Staaten „Heuchelei“ vor. Die Regierung der 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt, eine ehemalige britische Kronkolonie, werde alle Gegenmaßnahmen der chinesischen Zentralregierung gegen die USA unterstützen. Die Vereinigten Staaten haben die jüngsten Sanktionen im Streit um die Einschränkung der Autonomie Hongkongs am Freitag verkündet. Die Namen Lams und zehn weiterer Personen finden sich nach Angaben des Finanzministeriums auf einer Liste wieder, mit der Vermögenswerte eingefroren wurden. US-Amerikaner dürfen mit ihnen keine Geschäfte mehr machen.

 

Kritik an Wahlverschiebung

Hongkongs Regierungschefin Lam ist zuletzt wegen der umstrittenen Verschiebung der Wahl in Hongkong um ein Jahr heftig kritisiert worden. Lam hat politische Motive für die Verlegung der Wahl bestritten. Sie begründet diese mit dem Risiko durch das Coronavirus nach dem jüngsten Anstieg an Neuinfektionen. (APA/DPA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2020)