Schnellauswahl

Vom Appetit im Allerheiligsten

Salzburger Festspielgeschichte, biografisch: Michaela Schlögls „Die Festspielmacher“.

Hundert Jahre sind keine Kleinigkeit. Zumal wenn es hundert Jahre einer Institution sind, die sich im Lauf dieser hundert Jahre aus einer zunächst fast ins Fantastische überzogenen und keineswegs durchgängig von Zustimmung begleiteten Idee zu einer bestimmenden Konstante des internationalen Kulturlebens entwickelt hat, einer Konstante, die nicht einmal angesichts des Furors einer Pandemie Zweifel an dieser Bestimmung zulässt. Dass sich ausgerechnet in einem Land, das so oft in Sachen Innovation um die Pole „Wos brauch ma des“ und „Des ham ma ja no nie ghabt“ zu kreisen scheint, aus einer Privatinitiative etwas wie die Salzburger Festspiele entwickeln konnte, ist ein Wunder sui generis. Und wie große Mengen Erzählstoff die ersten hundert Jahre dieses Wunders geliefert haben, war dieser Jubiläumstage hinlänglich zu erfahren.