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Covid-19

Mehr als 300 Neu­infektionen mit dem Coronavirus in Österreich

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APA/HELMUT FOHRINGER
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Am Samstag gab es die höchste tägliche Zuwachsrate seit Anfang April. Allein 131 Neuinfektionen betreffen Wien. Für Kärntner Rückkehrer werde es ebenfalls kostenlose Coronatests geben, teilte die Gesundheitsreferentin nach einer Ankündigung Anschobers mit.

Über 300 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in den vergangenen 24 Stunden bundesweit verzeichnet worden. Das hat das Innenministerium am Samstagvormittag bekanntgegeben. Es ist die höchste tägliche Zuwachsrate seit Anfang April. Bereits am Freitag gab es 282 Neuinfizierte, Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bezeichnete das als „alarmierend". Heute waren es noch einmal mehr Fälle: Laut Innenministerium wurden exakt 303 neue Infektionen registriert, wobei allein 131 auf die Bundeshauptstadt entfallen. Einen Höchstwert gab es dabei bei den positiv getesten Reiserückkehrern. Zudem gab es zwei Todesfälle: Bei den Verstorbenen handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 88 und 94 Jahren.

Bemerkenswert erscheinen auch 51 Neuinfektionen in Oberösterreich, 37 in Tirol und 33 in Kärnten.

Weitere aktuelle Zahlen:

  • Bisher gab es in Österreich 23.179 positive Testergebnisse auf SARS-CoV-2.
  • 728 Personen sind an den Folgen der Infektion verstorben, 20.627 wieder genesen (Stand Samstag, 9.30 Uhr).
  • Am Samstag befanden sich 104 positiv getestete Personen in krankenhäuslicher Behandlung, davon 21 auf Intensivstationen.

Die Altersstruktur der Infizierten hat sich mittlerweile verändert. Der Altersdurchschnitt liegt derzeit bei 33,7 Jahren.

Aufgrund der steigenden Zahlen forderte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) strengere Grenzkontrollen. In einem Interview mit der Zeitung „Österreich“ hält er es auch für sinnvoll, dass Corona-Tests für Rückkehrer direkt an der Grenze durchgeführt werden.

Kostenlose Tests für Kärntner Heimkehrer

Viele positiv Getestete kamen aus dem Kroatienurlaub zurück. In einer Aussendung betont Gesundheitsminister Rudolf Anschober: „Für alle, die zwischen Freitag, 7. August, und kommendem Montag, 17. August, 0.00 Uhr, aus Kroatien zurückgekehrt sind bzw. zurückkehren werden – also noch vor Gültigkeit der neuen Einreisebestimmungen –, wird ab Montag ein neues zusätzliches Testangebot gestartet.“ Man wolle damit detailiert kontrollieren, wie hoch die Infektionsrate bei Reiserückkehrern sei.

Heimgekehrte Kärntner können sich über die Gesundheitshotline 1450 zur freiwilligen Testung anmelden, teilte der Landespressedienst mit. Man wolle auf Nummer sicher gehen und bestmöglich verhindern, dass sich weitere Kärntner bei Kroatien-Heimkehrern infizieren, sagte Prettner. "Daher bieten wir all jenen, die seit dem 7. August aus Kroatien zurückgekehrt sind, kostenlose Corona-Tests an", informierte die Gesundheitsreferentin am Samstag nach einer Telefonkonferenz mit Minister Rudolf Anschober (Grüne).

Kommen weitere Reisewarnungen?

Nachdem deshalb gestern eine Reisewarnung ab Montag erlassen wurde, hat Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) weitere nicht ausgeschlossen. "Es kann weitere Reisewarnungen geben", so der Außenminister am Freitagabend in der ORF-ZiB 2, "auch für beliebte Urlaubsdestinationen." Zu einer möglichen Ausweitung der Reisewarnung für Spaniens Festland auf die Balearen, meinte er: "Wir beobachten die Situation und sehen neue Höchstzahlen."

Der Sommer 2020 sei eben "kein normaler Sommer" und solche Vorwarnungen könnten sehr kurzfristig ausfallen, erklärte der Außenminister. "Wir sind uns bewusst, dass wir für viele Österreicher Probleme schaffen", meinte Schallenberg hinsichtlich der eingeschränkten Reisefreiheit. Es sei aber auch Eigenverantwortung gefragt. "Die Österreicher müssen sich bewusst sein, dass sie eine besondere Verantwortung haben, wenn sie momentan ins Ausland fahren." Es handle sich zudem bei einer möglichen Gefährdung anderer "um kein Kavalierdelikt".

Deutschland hat am Freitag auch die spanischen Balearen-Inseln zum Corona-Risikogebiet erklärt. Österreichs Reisewarnung gilt vorerst nur für das spanische Festland.

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(APA/Red.)