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Russland brennt

Eine Hitzewelle dörrte das Land aus, das Atomzentrum ist bedroht.

MOSKAU/WIEN(mp). Seit mehr als einer Woche kämpft man in Russland gegen gewaltige Brände. Betroffen sind besonders die Region um Moskau, Gebiete an der Wolga, die Bezirke Woronesch, Rjasan, Nischni Nowgorod und Lipezk, aber auch Gebiete in Sibirien. Mindestens 41 Menschen starben, mehrere tausend Häuser wurden zerstört. Derzeit brennt es auf Flächen von (zusammengerechnet) der doppelten Größe Vorarlbergs.

Der Ausbruch der Feuer, die in Wäldern und auf Torfböden lodern, wurde von einer Hitzewelle begünstigt, die seit Anfang Juli anhält. Heiße Sommer sind in Russland – anders, als viele im Westen glauben – ziemlich normal, sieht man von nördlichen Regionen ab. Heuer aber gab es Temperaturen von 38 Grad, es ist die ärgste Hitzewelle seit 130 Jahren, als man in Russland mit Wetteraufzeichnungen begann. In den nächsten Tagen soll es noch heißer werden. Präsident Dmitrij Medwedjew rief in sieben Regionen den Notstand aus und sagte im TV, dass die Brände eine Tragödie seien, die nur alle 30 bis 40 Jahre vorkomme.

 

Militärbasis zerstört?

Am Dienstag näherten sich Feuer dem Atomforschungszentrum von Sarow, etwa 400 Kilometer südöstlich Moskaus. Hier werden unter anderem Atomsprengköpfe entwickelt. Zudem gibt es Berichte, dass vor wenigen Tagen eine Militärbasis in Kolomna bei Moskau abgebrannt sei, was das Militär verheimlicht habe. Dabei seien Waffen im Wert von bis zu einer halben Milliarde Euro – angeblich bis zu 200 Flugzeuge, Hubschrauber und Raketen – zerstört worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2010)