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Quergeschrieben

THC löst bei den Freiheitlichen Panikattacken aus

++ ARCHIVBILD ++ PK TEAM HC STRACHE 'LANDESLISTE-KANDIDATEN ZUR WIEN-WAHL 2020Ò: KOHL / STRACHE
APA/HELMUT FOHRINGER
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Wie auch schon als FP-Chef zeigt H.-C. Strache ein Händchen für verhaltensoriginelle Kandidatinnen und Kandidaten. Und die Schöne gibt das Biest.

Mitunter geriet im Ibiza-Untersuchungsausschuss der Untersuchungsgrund beinahe in Vergessenheit: Nämlich die Politfantasien des Ex-Oberfreiheitlichen H.-C. Strache, die deutlich dreckiger waren als die Zehennägel der von ihm angehimmelten, falschen Oligarchennichte. Schöner Wohnen in Klosterneuburg geht auch nicht mehr, seit der Mann ohne Genierer mit dem Team H.-C. Strache, kurz THC, bei der Wien-Wahl antreten will. THC hat natürlich mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff nur die Abkürzung gemein. Allerdings löst die rezeptfreie Lachnummer zumindest bei der FPÖ Panikattacken aus, weil sie bei der Wahl von einem Briserl THC ins Loch der Bedeutungslosigkeit verblasen werden könnte.

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In Straches Team tummeln sich Typen, die ihr mutmaßlich existentes Hirn nicht anknipsen, ehe sie den Mund aufmachen.

Andrea Schurian

Wie in der Vergangenheit beweist Strache auch jetzt ein Händchen für verhaltensoriginelle Kandidatinnen und Kandidaten. In seinem Team tummeln sich: Antisemiten, Chemtrail-Gläubige, Verschwörungstheoretikerinnen, Verbalrabauken, Corona-Leugner, Typen, die ihr mutmaßlich existentes Hirn nicht anknipsen, ehe sie den Mund aufmachen. Und die Schöne gibt das Biest. So verbreitet Christina Kohl, THC-Listen-Siebzehnte, das stichhaltige Gerücht (© Ibiza-Pistolero Johannes Gudenus), Behörden hätten Hinterbliebene mit 5000 Euro bestochen, auf dass diese ihre Verstorbenen als Corona-Tote deklarieren, um die Opferzahlen in die Höhe zu treiben. Gemeinsam mit ihrem (mittlerweile zurückgetretenen) THC-Kollegen Petar Kneževic forderte sie verdutzte Tankstellenbesucher auf, vorschriftsgemäß umgebundene Masken abzunehmen. Sie sei angeheitert gewesen, sagte sie unbekümmert. Illuminiert? Klingt ganz nach Straches Ibiza-Rechtfertigung. Doch sich selbst und Strache wird sie wohl nicht gemeint haben, als sie auf einer Demo „Illuminati müssen weg“ schrie. Der weltliche Geheimbund war am 1. Mai 1776 von dem Kirchenrechtsprofessor und Philosophen Adam Weishaupt (1748−1830) gemeinsam mit zwei seiner Studenten gegründet worden, weil er an die Aufklärung glaubte und dem klerikalen Einfluss auf Staat und Wissenschaft ein liberales Gegengewicht gegenüberstellen wollte. Es gab prominente Mitglieder, Freiherr Knigge beispielsweise, dessen Benimmratschläge sich die Strache-Partie durchaus zu Gemüte führen könnte; oder auch Johann Wolfgang Goethe. Doch ein Jahr nach dessen Beitritt, 1784, wurde der weltliche Orden verboten, seine Mitglieder gejagt, inhaftiert und die Illuminaten als anarchische Atheisten beschimpft. Überlebt haben bis heute nur zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien, wonach Illuminaten alle Regierungen und Organisationen infiltrieren würden – CIA, Nato, Vereinte Nationen, Weißes Haus, Kreml, und, ja klar, Österreich.