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Quergeschrieben

Wir brauchen eine Revolution gegen das Wüten des digitalen Mobs

Immer öfter zwingt eine ebenso aggressive wie feige Masse im Internet Unternehmen und Institutionen ihren Willen auf: Es ist Zeit für eine Gegenwehr.

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Dass tüchtige Quotenfrau zu sein nicht davor schützt, Opfer einer sozialen Gruppe zu werden, die auch scharf auf Quoten ist, musste dieser Tage die amerikanische Spitzenmanagerin Karen Parkin erfahren. Die – fachlich unumstrittene – Führungskraft war erst im Vorjahr in den Vorstand des Sportartikel-Konzerns Adidas aufgestiegen, nachdem dort selbst der Vorstandsvorsitzende zu Recht beklagt hatte: „Was Frauen angeht, haben wir Nachholbedarf.“

Der besteht nun leider schon wieder, denn Frau Parkin wurde jüngst gegangen, weil sie bei einer unternehmensinternen Veranstaltung behauptet hatte, bei Adidas gebe es „kein nennenswertes Rassismus-Problem“. Zwar hat das Unternehmen schon vor ihrem Abgang angekündigt, dass künftig in den USA 30 Prozent Farbige eingestellt würden, und versprochen, bis 2025 120 Millionen Dollar für den „Kampf gegen Rassenungerechtigkeit“ auszugeben. Doch das reichte nicht, selbst unter diesen Umständen kein Rassismusproblem zu sehen, das geht offenbar heute nicht. Also Shitstorm, Abgang Parkin, jetzt besteht der Vorstand wieder allein aus weißen Männern, eine boshafte List der Geschichte. Marxisten würden da von einem Nebenwiderspruch (Geschlecht) reden, der sich dem Hauptwiderspruch (Hautfarbe) zu beugen hatte. Deswegen mussten ja auch in der Hippie-Kommune die Mädels die Brote schmieren.